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Berufswahl in der Mittelstufe


In der Mittelstufe müssen Sie sich entscheiden: Wollen Sie nach der 10. Klasse eine Berufsausbildung absolvieren oder Ihre Schulzeit bis zum Erwerb der Hochschulreife fortsetzen? Die Antwort setzt voraus, dass Sie sich mit Ihren Berufswünschen beschäftigt haben und wissen, mit welchem Schulabschluss sich diese realisieren lassen.

Berufswahl

Bei der Berufswahl spielen viele Kriterien eine Rolle. Möglicherweise fragen Sie sich, ob Sie in Ihrem Wunschberuf später die Chance auf einen Arbeitsplatz haben und ob Sie genug Geld verdienen werden, um sich und die Familie, die Sie einmal haben wollen, zu ernähren. Es ist richtig, dies alles mitzubedenken, doch in erster Linie sollten Sie bei der Berufswahl Ihre Interessen und Fähigkeiten im Blick haben. Der Beruf ist das, womit Sie später einen wesentlichen Teil Ihrer Zeit verbringen werden. Von daher sollten Sie ihn gern ausüben und als eine Chance ansehen, Arbeitsprozesse mitzugestalten, sich in die Gesellschaft einzubringen und Anerkennung und Selbstbestätigung zu finden. Die Antworten auf folgende und ähnliche Fragen können der Ausgangspunkt sein für Ihre Berufswahl: Was macht Ihnen Spaß? Welche Schulfächer liegen Ihnen besonders und warum? Wo blühen Sie auf? Was fällt Ihnen besonders leicht? Mögen Sie eher Fremdsprachen oder das Experimentieren im Schullabor? Sind Sie glücklich, wenn Sie allein am Computer sitzen können, oder wollen Sie lieber raus unter Menschen? Übrigens gibt es viel mehr Berufe, als Sie kennen. Legen Sie sich also nicht zu früh auf einen bestimmten Beruf fest, sondern informieren Sie sich erst einmal, was es sonst noch für Möglichkeiten gibt. Beachten Sie dabei auch, dass es mittlerweile zahlreiche Angebote für Mädchen gibt, sich über Berufe zu informieren, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind. Ein Beispiel ist der bundesweite Girls' Day. Seit 2011 gibt es mit dem Boys' Day auch ein entsprechendes Angebot für Jungen.

Möglichkeiten mit mittlerem Schulabschluss

Mit einem mittleren Schulabschluss (z. B. einem Realschulabschluss) können Sie sich für eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung bewerben. Dabei sollten Sie sich vorstellen können, in genau diesem Beruf später zu arbeiten. Gleichzeitig müssen Sie keine Angst haben, dass Sie sich mit der Entscheidung dauerhaft auf den gewählten Beruf oder ein bestimmtes Arbeitsfeld festlegen, denn Sie können sich später immer noch weiterbilden. Waren Sie nach der Ausbildung eine Zeit lang erwerbstätig, können Sie sich sogar ohne Hochschulzugangsberechtigung an einer Hochschule bewerben (Studium ohne Abitur). Oder Sie holen die Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg (oder durch eine Nichtschülerprüfung/Externenprüfung) nach. Wissen sollten Sie jedoch, dass es wahrscheinlich mehr Überwindung kostet, sich aus dem Beruf heraus wieder auf die Schulbank zu setzen, als einfach die Schulbank von vornherein länger zu drücken. Auch steht Ihnen möglicherweise bei einem späteren Studium ohne schulisch erworbene Hochschulzugangsberechtigung nur ein bestimmtes Spektrum an Studiengängen zur Verfügung.

Möglichkeiten mit Hochschulreife

Verlassen Sie die Schule mit der allgemeinen Hochschulreife, der fachgebundenen Hochschulreife oder mit der Fachhochschulreife, haben Sie die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen und anschließend einen Beruf zu ergreifen, der eine akademische Vorbildung voraussetzt. Sie können aber auch zunächst eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung absolvieren und danach entscheiden, ob Sie noch studieren wollen.

Argumente für eine Berufsausbildung

Bei einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung lernen Sie die Berufspraxis schon sehr früh kennen. Es wird zwar auch theoretisches Wissen vermittelt, überwiegend handelt es sich jedoch um eine praktisch orientierte Ausbildung, in der Sie selbst aktiv werden und sich in Ihrem späteren Beruf ausprobieren können. Am Ende der Ausbildung steht ein konkreter Beruf, mit dem Sie sich auf entsprechende Stellen bewerben können. Die Folge ist, dass Sie meist relativ schnell Ihr eigenes Geld verdienen und finanziell unabhängig sind. Auch die Ausbildung selbst ist häufig leichter zu finanzieren als ein Studium, weil Sie eine Ausbildungsvergütung erhalten. Für schulische Berufsausbildungen gilt dies allerdings nur für bestimmte Berufe.

Argumente für ein Studium

Ein Studium ermöglicht Ihnen den Zugang zu Berufen, die nicht nur eine höhere Qualifizierung voraussetzen, sondern auch Prestige mit sich bringen, gesellschaftliche Aufstiegschancen eröffnen und ein gutes Einkommen versprechen. Auch haben Sie tendenziell gute Beschäftigungsaussichten. In einem Studium können Sie Themen selbstständig erarbeiten und sich wissenschaftlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Dadurch werden Sie in die Lage versetzt, sich später in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern zurechtzufinden und ein individuelles berufliches Profil zu entwickeln.

Duales Studium

Duale Studiengänge bieten die Chance, ein Studium mit einer beruflichen Ausbildung zu kombinieren: Sie studieren nicht nur an einer Hochschule (oder Berufsakademie), sondern absolvieren zugleich eine Berufsausbildung in einem Ausbildungsbetrieb. Dabei erhalten Sie von dem Betrieb meist über die gesamte Dauer des dualen Studiums eine Ausbildungsvergütung. In Berlin und Brandenburg ist die Aufnahme eines dualen Studiums nur an Fachhochschulen (und einer Berufsakademie), nicht aber an Universitäten möglich. Der größte Anbieter dualer Studiengänge in der Hauptstadt ist die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Information und Beratung

Im Internet finden Sie zahlreiche Webseiten, die Sie bei der Berufswahl unterstützen. Berufe werden Ihnen nicht nur in Texten, sondern auch in kleinen Videofilmen vorgestellt. Auch werden hier und da Selbsttests zur Berufswahl angeboten. Darüber hinaus sei empfohlen, das Informations- und Beratungsangebot der Berufsinformationszentren (Bundesagentur für Arbeit) zu nutzen. Es ist nicht verwerflich, sich bei der Berufswahl beraten zu lassen – im Gegenteil. Wer schlau ist, holt sich Hilfe und investiert im Vorfeld der Berufswahl Zeit, denn dies ist bedeutend leichter, als später Ausbildungs- und Berufswege „korrigieren“ zu müssen.


Ausgewählte Links

Studium oder Ausbildung? (Bundesagentur für Arbeit)
Berufs- und Studienwahl: Entscheidungshilfen (Deutsche Länder und Bundesagentur für Arbeit)
Was spricht für ein Studium? (Bundesagentur für Arbeit)
Kostenfreie Berufswahltests (Bundesinstitut für Berufsbildung)
Informationen der Berufsinformationszentren (Bundesagentur für Arbeit)
Informationen zum dualen Studium (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

Wissenschaftliches zum Thema

Informieren und entscheiden: Studien- und Ausbildungswahl (Hochschul-Informations-System GmbH, März 2006, PDF, 433 KB)

 


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