- Berlin-Brandenburg: Raum für Wissenschaft und Weiterbildung
- Berlin: Internationales Zukunftslabor
- Universitäten und künstlerische Hochschulen
- Fachhochschulen in Berlin
- Weitere Berliner Hochschulen
- Brandenburg: Natur und Innovation
- Universitäten und eine Medienhochschule
- Fachhochschulen in Brandenburg
- Weitere Brandenburger Hochschulen
- Optimale Bedingungen für den Nachwuchs
Das gibt es nirgendwo sonst: Erstklassige Hochschulen in hoher Dichte, ein breites Spektrum innovativer und deutschlandweit einzigartiger Masterstudiengänge, dazu eine unvergleichliche Konzentration inner- und außeruniversitärer Forschung – all das eingebettet in eine Umgebung voller kultureller und landschaftlicher Vorzüge. Hinzu kommt, dass Studieren, Forschen, Wohnen und Leben in der Region oft unter günstigeren Bedingungen möglich ist als in anderen Teilen Deutschlands: Es gibt keine allgemeinen Studiengebühren, der Wohnungsmarkt ist vielerorts relativ entspannt, und die Fahrtkosten für den öffentlichen Nahverkehr sind meist schon mit den Semestergebühren abgegolten. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen arbeiten vielfältig zusammen und bieten mit gut ausgestatteten Laboren und hervorragenden Bibliotheken exzellente Arbeitsbedingungen für Studierende und Wissenschaftler.
Berlin: Internationales Zukunftslabor
Berlin ist die deutsche Studierenden-Hauptstadt: 133 570 Studierende waren im letzten Wintersemester an den öffentlichen Hochschulen der Stadt eingeschrieben, etwa die Hälfte davon Frauen. Seit ihren Anfängen erfindet sich die pulsierende 3,4-Millionenstadt Berlin, in der Menschen aus 199 Ländern leben, immer wieder neu. Ihre Geschichte ist von radikalen Umbrüchen geprägt: Residenz brandenburgischer Kurfürsten, preußischer Könige und deutscher Kaiser, republikanische Weltkulturmetropole in den Goldenen Zwanzigern, ab 1933 Hauptstadt des nationalsozialistischen „Dritten Reichs“, nach 1945 Arbeitsfeld für Trümmerfrauen und politischer Zankapfel im Kalten Krieg, ab 1961 zweigeteilte Mauerstadt und schließlich Hauptstadt und Regierungssitz des seit 1990 wiedervereinigten Deutschlands.
Gegensätze stellen in diesem Laboratorium der Veränderung keinen Widerspruch dar: Hier findet große Politik statt, Politiker aber werden nicht so wichtig genommen, die Currywurstbude gedeiht neben dem Gourmet-Tempel, Stuckfassaden spiegeln sich in den Glasfronten moderner Architektur, dicht bebaute Quartiere atmen durch grüne Oasen, Berliner Schnauze kommuniziert im internationalen Sprachenmix – Weltläufigkeit trifft Gemütlichkeit. Als Kulturmetropole, Medienhochburg, Mode- und Musikstadt ist Berlin ein Mekka für junge Menschen voller Neugier und Ideen. Für die Erkundung des kulturellen Lebens in Szenevierteln wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Kreuzberg braucht es mehr als ein Studentenleben.
Berlin ist aber nicht nur Stadt der Kultur, sondern blickt auch auf eine beeindruckende Tradition als Wissenschaftsmetropole zurück. Hier forschten weltberühmte Gelehrte wie die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt und die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel und die Physiker Albert Einstein, Otto Hahn, Hermann von Helmholtz, Lise Meitner, Max Planck und Konrad Zuse – keine andere deutsche Stadt versammelt in ihren Annalen so viele Nobelpreisträger.
Universitäten und künstlerische Hochschulen
Vieles gibt es in Berlin aus historischen Gründen mehr als einmal: nicht nur zwei zoologische Gärten und drei Opernhäuser, sondern auch vier öffentliche Universitäten. Diese zählen nicht nur in Deutschland, sondern auch international zur Spitzengruppe.
Die Freie Universität Berlin wurde 1948 im „preußischen Oxford“, dem grünen Südwestbezirk Dahlem im US-Sektor der Viermächtestadt, als Gegenpol zur kommunistisch geführten alten Berliner Universität gegründet, die damals im sowjetischen Ostsektor lag. Das Fächerspektrum der FU Berlin umfasst Naturwissenschaften ebenso wie Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften, und ihre Geistes- und Sozialwissenschaften genießen weltweites Renommée. Wegen ihrer zukunftsweisenden Konzepte wird die FU Berlin seit 2007 im Rahmen der bundesweiten Exzellenzinitiative gefördert.
Das Fächerspektrum der Humboldt-Universität zu Berlin, die in Nachfolge der ersten Berliner Universität 2010 ihr 200-jähriges Gründungsjubiläum feierte, ist ähnlich breit wie das der FU Berlin, setzt jedoch andere fachliche Schwerpunkte. Die naturwissenschaftlichen Institute dieser ältesten, nach 1990 vollständig reformierten Berliner Universität arbeiten in Berlin-Adlershof, dem im Südosten der Stadt gelegenen größten Wissenschafts- und Technologiepark Deutschlands. Die meisten Einrichtungen der HU Berlin findet man allerdings im historischen Zentrum der Stadt – vom Hauptgebäude sind es Unter den Linden entlang kaum zehn Minuten zu Fuß bis zum Brandenburger Tor.
Die traditionsreiche Charité – Universitätsmedizin Berlin ist heute eine gemeinsame Institution der FU Berlin und der HU Berlin. 1710 als „Pesthaus“ vor den Toren der Stadt gegründet, konnte die Charité schon das 300-jährige Jubiläum begehen. An der Charité arbeiteten und lehrten bisher zehn deutsche Nobelpreisträger – von Robert Koch bis zu Werner Forßmann. Mit über hundert Kliniken und Instituten an vier Campus-Standorten in den Ortsteilen Mitte, Wedding, Steglitz und Buch ist die Charité nicht nur einer der größten Arbeitgeber in Berlin, sondern auch eine der forschungsstärksten medizinischen Fakultäten Europas.
Die in der westlichen City gelegene Technische Universität Berlin ist eine der größten deutschen Hochschulen mit technisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Energie, Gestaltung von Lebensräumen, Gesundheit und Ernährung, Information und Kommunikation, Mobilität und Verkehr, Wasser, Wissensmanagement und Zivile Sicherheit. Unter den Berliner Hochschulen zeichnet sich die TU Berlin durch einen besonders hohen Anteil internationaler Studierender aus: Etwa jeder Fünfte, der in den Gebäuden rund um den Charlottenburger Ernst-Reuter-Platz für sein Examen lernt, kommt aus dem Ausland.
Der Reigen der Kunst- und Musikhochschulen wird angeführt von der Universität der Künste Berlin, deren historisches Hauptgebäude unweit der TU auf dem gemeinsamen „Campus Charlottenburg“ zum Besuch einlädt. Nur die UdK bildet im Land Berlin Lehrerinnen und Lehrer für Bildende Kunst und Musik aus und verfügt als einzige künstlerische Hochschule der Region über das Promotionsrecht. Als größte künstlerische Hochschule Deutschlands deckt sie mit ihren vier Fakultäten das gesamte Spektrum der Künste ab. Die drei kleineren künstlerischen Hochschulen der Stadt tragen dagegen ihre Ausbildungsschwerpunkte im Namen: Die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Treptow-Niederschöneweide, die Kunsthochschule Berlin (Weißensee) – Hochschule für Gestaltung und die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte. Während die Hochschule für Musik mit ihren zahlreichen Masterstudiengängen in kooperativem Wettbewerb zum ebenfalls breiten musikbezogenen Studienangebot der Universität der Künste steht, bieten die anderen beiden Hochschulen mit Choreografie sowie Kunsttherapie und Raumstrategien nur einige wenige, aber besondere Studiengänge an.
Gestaltung, Soziale Arbeit, Technik, Verwaltung und Wirtschaft sind die angewandten Wissenschaften, denen sich das Studienangebot von Berlins öffentlichen Fachhochschulen zuordnen lässt. Diese nennen sich inzwischen zwar sämtlich „Hochschule“, behalten aber ihren Fachhochschulstatus, obwohl sie ihn nicht mehr im Namen tragen.
Nur 13 Jahre nach der ersten Berliner Universität, nämlich 1823, wurde die älteste Vorläufereinrichtung der heutigen Beuth-Hochschule für Technik Berlin gegründet. Die Lehr- und Forschungsgebäude der Hochschule, die sich nach Christian Peter Wilhelm Beuth, dem „Vater der preußischen Gewerbeförderung“, benannt hat, liegen im legendären Berliner Wedding unweit vom Campus Rudolf Virchow der Charité. Das Studienangebot umfasst keineswegs nur Technik, sondern auch Wirtschaft und Masterstudiengänge wie Architektur, Urbane Infrastrukturplanung oder Geoinformation. Nur wenig mehr Studierende als die Beuth-Hochschule verzeichnet Berlins größte Fachhochschule, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, an ihren beiden Standorten in Karlshorst und Oberschöneweide. Außer Technik und Wirtschaft werden hier z.B. Masterstudiengänge wie Museumsmanagement und -kommunikation, Modedesign oder Geo- und Feldarchäologie angeboten. Die Standorte der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin liegen in Schöneberg, Lichtenberg und Friedrichshain. Besonders breit ist ihr Angebot an international ausgerichteten Masterstudiengängen in Bereichen wie Internationales Management oder Marketing, an MBA-Studiengängen sowie an LL.M.-Studiengängen.
Soziale Arbeit und Gesundheit sind Felder, denen sich drei andere Berliner Fachhochschulen widmen. Die größte und – einschließlich Vorgängereinrichtungen – älteste von ihnen ist die „Alice-Salomon“-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin im Stadtteil Hellersdorf: Sie konnte 2008 ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Etwas kleiner und jünger sind die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin in Karlshorst und die im Süden Berlins unweit der Freien Universität gelegene Evangelische Hochschule Berlin. Wer an einer der beiden konfessionellen Fachhochschulen studieren möchte, muss dennoch keiner bestimmten Glaubensrichtung angehören.
Seit die größte deutsche Universität, die FernUniversität in Hagen in Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, im Jahr 2009 ihr Regionalzentrum Berlin eröffnet hat, werden die Masterstudierenden aus dem Großraum Berlin-Brandenburg in exponierter Lage betreut, nämlich ganz in der Nähe des Berliner Doms. Die vom Bund getragene Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Brühl ist mit ihren beiden in Berlin ansässigen Fachbereichen zuständig für die Ausbildung des Beamtennachwuchses im Auswärtigen Dienst und in der Sozialversicherung. Sie bietet allerdings keine Masterstudiengänge an.
Brandenburg: Natur und Innovation
Mit seinen ausgedehnten Wald- und Seenlandschaften steht das Land Brandenburg in angenehmem Kontrast zur quirligen Metropole Berlin in seiner Mitte. Brandenburg ist mit 2,5 Millionen Einwohnern vergleichsweise dünn besiedelt. Schattige Wälder und glasklare Badeseen, aber auch gut ausgebaute Radwege und Skaterpisten bieten ideale Voraussetzungen für Sport und Erholung. Kathedralenhohe Alleen von insgesamt über 12 000 km Länge führen vorbei an Feldern, Wiesen und Höfen zu Schlössern und Herrenhäusern oder zu den vielen historischen Städten und Dörfern mit ihren landestypischen Feld- und Backsteinkirchen neben malerischen Gassen und Marktplätzen. In den zahlreichen Naturparks, Landschaftsschutzgebieten und Biosphärenreservaten können Spaziergänger Fisch- und Seeadler, Kormorane, Eisvögel und andere geschützte Tiere beobachten und seltene Pflanzen finden. Aber Brandenburg bietet nicht nur Natur, Kultur und Geschichte, sondern auch eine vielgestaltige, innovative Hochschul- und Wissenschaftslandschaft, die nach der Wiedervereinigung 1990 von Grund auf neu gestaltet wurde. An den elf öffentlichen Hochschulen des Landes, unter ihnen drei Universitäten, eine Medienhochschule und sieben Fachhochschulen, sind insgesamt rund 50 500 Studierende eingeschrieben. An vielen Brandenburger Hochschulen profitieren die Studierenden nicht nur von besonders günstigen Betreuungsrelationen, sondern erfahren auch spezielle Unterstützung bei der Vereinbarung von Elternschaft, Studium und Beruf.
Universitäten und eine Medienhochschule
Von der Bundeshauptstadt Berlin zur brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam ist es nicht weit: Man muss nur die Glienicker Brücke überqueren, auf deren Mitte einst die Grenze zwischen Berlin (West) und der DDR verlief und auf der Agenten der Großmächte des Kalten Krieges ausgetauscht wurden. Kurz hinter der Brücke im Potsdamer Schloss Cecilienhof bestimmten nach dem Zweiten Weltkrieg die Alliierten USA, Sowjetunion und Großbritannien im Potsdamer Abkommen über Deutschlands Zukunft. Den Charme der über 1000-jährigen Stadt Potsdam, die heute rund 153 000 Einwohner hat, machen vor allem die zahlreichen Schlösser, Parks und Gärten aus, von denen ein Großteil zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. In der historischen Innenstadt Potsdams bilden barocke Bürgerhäuser einen prächtigen Kontrast zu den roten Backsteinbauten des Holländischen Viertels, mit denen ein Preußenkönig um 1740 um den Zuzug holländischer Handwerker warb. Rund hundert Jahre später ließ ein anderer Preußenkönig unweit vom Stadtzentrum für seine russischen Chorsänger die mit reichem Schnitzwerk verzierten Holzhäuser der Russischen Kolonie Alexandrowka bauen. Ganz klar: Europa ist in Potsdam schon lange zu Hause.
Weitere rund hundert Jahre mussten vergehen, bis Potsdam 1948 Standort einer Landeshochschule wurde, aus der vier Jahre später eine Pädagogische Hochschule entstand. Nachdem 1991 die Universität Potsdam gegründet worden war, ging die Pädagogische Hochschule in der neuen Institution auf. Heute bildet die Universität Potsdam nicht nur als einzige Hochschule Brandenburgs Lehrerinnen und Lehrer aus, sondern bietet auch das breiteste Fächerspektrum aller Hochschulen des Landes. Das Hauptgebäude der Universität ist eine noble Adresse: Man residiert in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Gästehaus Friedrichs des Großen, dem schlossähnlichen Neuen Palais am Park Sanssouci. Weitere Standorte sind das westlich gelegene Golm sowie Babelsberg nahe der östlichen Stadtgrenze zu Berlin. Dort arbeitet unter anderem das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, ein stiftungsfinanziertes Institut an der Universität Potsdam. Alle Standorte der Universität Potsdam sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch von Berlin aus leicht erreichbar.
Das gilt auch für die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Sie ist die einzige Kunsthochschule des Landes Brandenburg und die älteste und größte Medienhochschule Deutschlands. An ihrem traditionsreichen Standort – hier drehten u. a. Marlene Dietrich, Friedrich Wilhelm Murnau, Ernst Lubitsch und Fritz Lang – befindet sich das futuristisch anmutende Hauptgebäude der Hochschule in unmittelbarer Nähe der Film- und Fernsehstudios des Rundfunks Berlin-Brandenburg, des Filmparks Babelsberg und zahlreicher weiterer Medienunternehmen.
Ein anderer wichtiger Hochschulstandort des Landes ist das 850 Jahre alte Cottbus, Hauptstadt der Lausitz und nach Potsdam zweitgrößte Stadt Brandenburgs. Cottbus liegt im südöstlichsten Zipfel des Landes an der Spree und ist das kulturelle und politische Zentrum der slawischen Minderheit der Sorben und Wenden: Orts- und Namensschilder sind hier deshalb – oft zur Verwunderung auswärtiger Besucher – zweisprachig. Das Profil der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, die sich seit ihrer Gründung 1991 zum Innovationszen-trum der Niederlausitz entwickelt hat, wird geprägt durch interdisziplinäre Forschung und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit. Umwelt, Energie, Material, Bauen sowie Information/Kommunikation sind die Hauptforschungsthemen dieser jüngsten Technischen Universität Deutschlands.
Eine Auto- oder Zugstunde östlich von Berlin liegt unmittelbar an der Grenze zu Polen die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Der lateinische Name „Viadrina“ bedeutet „an der Oder gelegen“ – so hieß auch schon die erste brandenburgische Landesuniversität, die von 1506 bis 1811 bestand und außer den Brüdern Humboldt auch Ulrich von Hutten, Carl Philipp Emanuel Bach und den in Frankfurt (Oder) geborenen Heinrich von Kleist zu ihren Studenten zählte. 1991 als Europa-Universität neu ins Leben gerufen, ist die Viadrina heute eine Stiftungsuniversität, die ihrer internationalen Ausrichtung hohes Gewicht beimisst. Besonders eng sind die Beziehungen zum Nachbarland Polen: In Słubice am anderen Flussufer liegt das gemeinsam mit der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań betriebene Collegium Polonicum.
Fachhochschulen in Brandenburg
Zunächst wieder ein Blick in die Lausitz: Sie ist reich an weitläufigen Heide-, Wald- und Seengebieten, aber auch an berühmten Kulturlandschaften wie den Parkanlagen von Branitz, Bad Muskau, Fürstlich Drehna oder Spremberg. Mit der Flutung etlicher ehemaliger Braunkohletagebaue entsteht dort gerade Europas größte künstliche Wasserlandschaft: das „Lausitzer Seenland“. Von dieser erholsamen Nachbarschaft profitieren auch die Studierenden der Hochschule Lausitz (FH) mit ihren beiden Standorten in Senftenberg und Cottbus. Zu ihrem vielfältigen Studienangebot gehören außer ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienangeboten z.B. auch Architektur, Gerontologie, Klimagerechtes Bauen oder Soziale Arbeit. Behinderten und chronisch kranken Studierenden bietet die HL weitgehende Barrierefreiheit und vielfältige Unterstützung: So gibt es u. a. für Blinde und Sehbehinderte der Masterstudiengänge Betriebswirtschaftslehre, Informatik und Soziale Arbeit spezielle technische und organisatorische Studienhilfsmittel.
Knapp 50 km westlich von Potsdam liegt Brandenburg an der Havel, mit rund 73 000 Einwohnern drittgrößte Stadt des Landes. Besonderes Flair erhält die Stadt durch ihre drei historischen Stadtkerne mit vielen liebevoll sanierten Kirchen, Häusern und Gassen, verschlungenen Wasserläufen und gepflegten Grünanlagen. Mit Gründung der Fachhochschule Brandenburg wurde die Stadt Brandenburg 1992 erstmals in ihrer über 1000-jährigen Geschichte zur Hochschulstadt. Das harmonische Gebäudeensemble der Hochschule aus denkmalgeschützten roten Ziegelbauten und gelb geklinkerten modernen Häusern liegt inmitten eines Parks mit altem Baumbestand nahe dem Stadtzentrum. Das Masterstudienangebot umfasst vor allem Studiengänge im Bereich Wirtschaft und Informatik, so z.B. Digitale Medien oder Technologie- und Innovationsmanagement.
Bei der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) steht schon der Name für das Leitbild – die Umgebung legt das Profil nahe: Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands und der Naturpark Barnim reichen bis in das Stadtgebiet der etwa 50 km nordöstlich von Berlin gelegenen „Waldstadt“ Eberswalde hinein. Die Hochschule zeigt mit ihren vier Fachbereichen Holztechnik, Landschaftsnutzung und Naturschutz, Wald und Umwelt sowie Wirtschaft, das auch Masterstudiengänge wie Global Change Management, Kommunalwirtschaft und Nachhaltige Touris-muswirtschaft einschließt, auch überregional ein unverwechselbares Profil.
Südlich vom Flughafen Berlin-Brandenburg International in Schönefeld am südöstlichen Stadtrand Berlins liegt die größte Fachhochschule des Landes Brandenburg: die Technische Hochschule Wildau (FH). Der Industriestandort Wildau, eingebettet in eine ausgedehnte Seenlandschaft, entstand vor rund 100 Jahren, als die Berliner Industrie die Gegend für den Maschinen- und Fahrzeugbau entdeckte, und seit 1949 werden in Wildau Maschinenbauer und Ingenieure ausgebildet. Ohne Wirtschaft geht an der THW gar nichts: Die Fachbereiche Betriebswirtschaft/Wirtschaftsinformatik, Ingenieurwesen/Wirtschaftsingenieurwesen sowie Wirtschaft, Verwaltung und Recht bieten u. a. Masterstudiengänge wie Aviation Management, Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik oder Public Affairs Management an.
Zurück in die brandenburgische Landeshauptstadt: Außer der Universität Potsdam und der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ ist hier auch die 1991 gegründete Fachhochschule Potsdam angesiedelt. An ihren Standorten Pappelallee und Friedrich-Ebert-Straße bietet sie ein vielfältiges Spektrum an Masterstudiengängen, das von Archiv- oder Informationswissenschaften über Bauerhaltung und Design bis zu Sozialer Arbeit mit Schwerpunkt Familie und Medienwissenschaften reicht.
Weitere Brandenburger Hochschulen
Zwei weitere Fachhochschulen bilden im Land Brandenburg für den Personalbedarf des öffentlichen Dienstes aus: An der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg in Oranienburg, der fünftgrößten Stadt Brandenburgs, studiert der Nachwuchs für den gehobenen Polizeivollzugsdienst des Landes; hier wird auch ein Master-studiengang angeboten. Die Fachhochschule für Finanzen Brandenburg im südöstlich von Berlin gelegenen Königs Wusterhausen qualifiziert Beamtenanwärterinnen und -anwärter zu Diplom-Finanzwirten (FH), bietet aber keine Masterstudiengänge an.
Optimale Bedingungen für den Nachwuchs
Wer sich entschließt, in der Hochschulregion Berlin-Brandenburg zu studieren und zu forschen, ist gut beraten. Schon viele internationale Karrieren haben hier ihren Anfang genommen. Der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert besonders von der Kooperation zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschenden Unternehmen sowie von zahlreichen wissenschaftlichen Netzwerken, z.B. BioTOP Berlin-Brandenburg, dem Wissenschafts-Netzwerk ResearchGate oder dem Potsdamer Forschungsnetzwerk „pearls“. Wer promovieren möchte, findet attraktive Möglichkeiten vor allem in den Graduate Schools, die von den Hochschulen teilweise in Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen betrieben werden und die für ihre hoch qualifizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig Stipendien ausschreiben. Dazu zählen z.B. die Berlin Mathematical School, die Berlin-Brandenburger Schule für Regenerative Therapien, die Leibniz Graduate School of Molecular Biophysics oder die Berlin School of Mind and Brain. Da an vielen dieser Graduate Schools der Lehrbetrieb in englischer Sprache stattfindet, ziehen sie wissenschaftlichen Nachwuchs aus aller Welt an und fördern so die Entwicklung internationaler Zusammenarbeit auf höchstem Niveau. An vielen Hochschulen sind eigene Einrichtungen für Technologietransfer angesiedelt; geboten wird oft auch Unterstützung für Forscherinnen und Forscher beim Einwerben von Drittmitteln und bei der Anmeldung und Verwertung von Patenten. Den Absprung von der Hochschule in den Arbeitsmarkt erleichtern die Career Services und die Existenzgründungszentren. Ob zum Studieren oder zum Forschen, zum Leben oder zum Arbeiten – wer sich für Berlin und Brandenburg entscheidet, hat optimale Startbedingungen.





