- Berlin und Brandenburg – eine Hochschulregion als Karrieresprungbrett
- Berlin: Zukunftslabor für Kreative
- Universitäten und künstlerische Hochschulen
- Fachhochschulen
- Weitere Hochschulen
- Brandenburg: Natur und Innovation
- Universitäten
- Weitere Hochschulen
- Private Hochschulen
- Außeruniversitäre Forschung in Berlin und Brandenburg
- Optimale Bedingungen für den Nachwuchs
Das gibt es nirgendwo sonst: Hervorragende Hochschulen in hoher Dichte, ein breites Spektrum klassischer bis hochinnovativer und deutschlandweit einzigartiger Studiengänge, eine unvergleichliche Konzentration inner- und außeruniversitärer Forschung – all das eingebettet in eine Umgebung voller kultureller und landschaftlicher Reize. Hinzu kommt, dass Studieren, Forschen, Wohnen und Leben in Berlin und Brandenburg unter wesentlich günstigeren Bedingungen möglich ist als in vielen anderen Regionen Deutschlands: Es gibt keine pauschalen Studiengebühren, der Wohnungsmarkt ist eher entspannt und die Fahrtkosten für den öffentlichen Nahverkehr sind für die meisten Studierenden schon mit den Semestergebühren abgegolten. Gut ausgestattete Labore und hervorragende Bibliotheken bieten in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen exzellente Arbeitsbedingungen für Studierende und Wissenschaftler. Berlin und Brandenburg sind aber nicht nur wissenschaftlich spitze, sondern haben auch in anderen Bereichen viel zu bieten.
Berlin: Zukunftslabor für Kreative
Die pulsierende 3,4-Millionenstadt Berlin erfindet sich immer wieder neu. Radikale Umbrüche prägen ihre Geschichte: Residenz brandenburgischer Kurfürsten und preußischer Könige, Hauptstadt des Deutschen Reichs, Weltkulturmetropole in den „goldenen“ Zwanziger Jahren, ab 1933 dunkle Zeiten als Hauptstadt des „Dritten Reichs“ der Nationalsozialisten, nach 1945 Arbeitsfeld der Trümmerfrauen, Landeplatz der Luftbrücke und Kulminationspunkt des Kalten Krieges, ab 1961 geteilte Mauerstadt und schließlich Hauptstadt und Regierungssitz des seit 1990 wiedervereinigten Deutschlands.
Gegensätze stellen in diesem Laboratorium der Veränderung keinen Widerspruch dar: Große Politik wird gemacht, Politiker aber werden nicht so wichtig genommen, die Currywurstbude steht neben dem Gourmet-Tempel, moderne Architektur neben bröckeligen Fassaden, dicht bebaute Quartiere grenzen an grüne Oasen, Multikulti lebt neben Laubenpiepern, Berliner Schnauze kommuniziert im internationalen Sprachenmix – Weltläufigkeit trifft Gemütlichkeit. Als Kulturmetropole, Medienhochburg, Mode- und Musikstadt ist Berlin ein Mekka für Menschen voller Neugier und Ideen. Studierende und Wissenschaftler, aber auch Künstler, Träumer und Weltverbesserer finden bei günstigen Mieten und geringen Lebenshaltungskosten viele Schlupfwinkel und Spielwiesen. Für die Erkundung des kulturellen Lebens in den Szenevierteln Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg braucht man wohl mehr als ein Studentenleben. Berlin ist aber nicht nur Stadt der Kultur, sondern kann als Wissenschaftsmetropole auf eine beeindruckende Tradition mit weltberühmten Gelehrten wie den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, dem Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel, den Physikern Max Planck, Albert Einstein, Otto Hahn, Lise Meitner oder Konrad Zuse zurückblicken. Keine andere deutsche Stadt verfügt über eine derartige Dichte wissenschaftlicher Institutionen. An den Berliner Hochschulen lernen und arbeiten heute rund 135 000 Studierende.
Universitäten und künstlerische Hochschulen
Vieles gibt es in Berlin mehrfach – ein Ergebnis der jahrzehntelangen Teilung der Stadt. Nicht nur, dass Berlin über zwei Zoos und drei Opernhäuser mit klassischem Repertoire verfügt: Die Berliner Universitäten zählen nicht nur in Deutschland, sondern auch international zur Spitzengruppe.
Die Freie Universität Berlin wurde 1948 im grünen Südwesten Berlins, der nach dem Zweiten Weltkrieg im amerikanischen Sektor lag, als Gegenpol zur kommunistisch geführten alten Berliner Universität im sowjetischen Ostsektor gegründet. Das Fächerspektrum der FU Berlin umfasst Naturwissenschaften ebenso wie Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften und ihre Geistes- und Sozialwissenschaften sind weltweit renommiert. Wegen ihrer zukunftsweisenden Konzepte wird die FU Berlin seit 2007 als eine von neun deutschen Hochschulen im Rahmen der bundesweiten Exzellenzinitiative besonders gefördert.
Das Fächerspektrum der Humboldt-Universität zu Berlin, die in Nachfolge der ersten Berliner Universität 2010 ihr 200-jähriges Gründungsjubiläum feiert, ist ähnlich breit wie das der FU Berlin, setzt jedoch andere fachliche Schwerpunkte. Es lohnt sich deshalb, auch gleichnamige Studienangebote dieser beiden Universitäten genauer zu vergleichen. Die naturwissenschaftlichen Institute dieser ältesten, nach 1990 vollständig reformierten Berliner Universität sind heute im Südosten der Stadt auf dem Campus Adlershof Teil eines der modernsten Technologieparks Europas. Die meisten Einrichtungen der HU Berlin findet man aber im historischen Zentrum Berlins – vom Hauptgebäude sind es Unter den Linden entlang kaum zehn Minuten zu Fuß bis zum Brandenburger Tor.
Eine gemeinsame Institution der FU Berlin und der HU Berlin ist die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Diese traditionsreiche Einrichtung wurde im Jahr 1710 als Pesthaus gegründet und begeht 2010 ihr 300-jähriges Jubiläum. An der Berliner Charité arbeiteten und lehrten von Robert Koch und Emil von Behring über Paul Ehrlich und Otto Warburg bis zu Werner Forßmann bisher zehn deutsche Nobelpreisträger. Mit über hundert Kliniken und Instituten an vier Campus-Standorten in den Berliner Ortsteilen Mitte, Wedding, Steglitz und Buch ist die Charité nicht nur einer der größten Arbeitgeber der Hauptstadt, sondern auch eine der forschungsstärksten medizinischen Fakultäten Europas.
Die in der westlichen City gelegene Technische Universität Berlin ist eine der größten deutschen Hochschulen mit technisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung. Ihr spezielles Profil sieht die TU Berlin in den Zukunftsbereichen Energie, Gestaltung von Lebensräumen, Gesundheit und Ernährung, Information und Kommunikation, Mobilität und Verkehr, Wasser, Wissensmanagement sowie Zivile Sicherheit. Sie hat traditionell einen besonders hohen Anteil internationaler Studierender: Jeder Fünfte, der in den Gebäuden rund um den Charlottenburger Ernst-Reuter-Platz für sein Examen büffelt, kommt aus dem Ausland.
Nicht weit von der TU Berlin entfernt befindet sich die Universität der Künste Berlin. Ihre vier Fakultäten decken das ganze Spektrum der Künste sowie der auf sie bezogenen Wissenschaften ab. Die außerordentliche Qualität der Ausbildung und die Möglichkeit des interdisziplinären Arbeitens bei gleichzeitiger Expertise in den Fächern machen sie zu einer der attraktivsten künstlerischen Hochschulen weltweit. Als einzige künstlerische Hochschule Berlins und Brandenburgs bietet sie ein lehramtsbezogenes Studium für die Fächer Bildende Kunst und Musik an.
Im Osten der Stadt bereichern drei weitere künstlerische Hochschulen die Berliner Wissenschafts- und Kulturlandschaft: Die exzellente künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, der Kunsthochschule Berlin (Weißensee) – Hochschule für Gestaltung und der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ steht mit einzigartigen Studienangeboten und besonderen Konzepten und Schwerpunkten zur Universität der Künste Berlin in kreativem und kooperativem Wettbewerb.
Berlins öffentliche Fachhochschulen bieten vor allem Studiengänge aus den angewandten Wissenschaften im Fächerspektrum Soziale Arbeit, Technik und Wirtschaft an. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ist mit ihren fünf Fachbereichen, zu denen neben Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften auch Gestaltung mit Masterstudiengängen wie Modedesign oder Geo- und Feldarchäologie gehört, in der Karlshorster Treskowallee und auf dem neuen Campus Wilhelminenhof in Berlin-Oberschöneweide angesiedelt.
Im legendären Berliner Wedding unweit vom Campus Rudolf Virchow der Charité liegen die Lehr- und Forschungsgebäude der Beuth-Hochschule für Technik Berlin. Das große und vielfältige Studienangebot dieser Hochschule, die sich nach Christian Peter Wilhelm Beuth, dem „Vater der preußischen Gewerbeförderung“, benannt hat, umfasst Maschinenbau, Wirtschaft, Architektur oder Medieninformatik ebenso wie Geoinformation, Urbanes Pflanzen- und Freiraum-Management oder International Technology Transfer Management.
Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin hat ihre Standorte in Schöneberg, Lichtenberg und Friedrichshain. Besonders breit ist ihr Angebot an international ausgerichteten Masterstudiengängen in Bereichen wie Internationales Management oder Marketing sowie an MBA-Studiengängen. Ein Alleinstellungsmerkmal in der Region sind die Studiengänge in den Bereichen Rechtspflege, Justiz und Polizei.
Soziale Arbeit und Gesundheit sind Tätigkeitsfelder, denen sich drei andere Berliner Fachhochschulen widmen. Die größte und – einschließlich Vorgängereinrichtungen – älteste von ihnen ist die „Alice-Salomon“-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin im Stadtteil Hellersdorf: Sie konnte 2008 ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Etwas kleiner und jünger sind die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin in Karlshorst und die im Süden Berlins unweit der Freien Universität gelegene Evangelische Fachhochschule Berlin. Wer an einer dieser beiden konfessionellen Fachhochschulen studieren möchte, muss dennoch keiner bestimmten Glaubensrichtung angehören.
Zwei öffentliche Hochschulen, deren Träger der Bund bzw. das Land Nordhein-Westfalen ist, verfügen über Repräsentanzen in Berlin. Die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Brühl ist mit ihren beiden in Berlin beheimateten Fachbereichen zuständig für die Ausbildung des Beamtennachwuchses im Auswärtigen Dienst und in der Sozialversicherung. Bei den Fachbereichen der FH Bund kann man sich nicht direkt, sondern nur über die zuständige Behörde bewerben. Erst 2009 hat die Fernuniversität Hagen ihr neues Regionalzentrum Berlin eröffnet: Fernstudierende aus dem Großraum Berlin-Brandenburg erhalten nun die nötige Unterstützung durch Mentorinnen und Mentoren der Hagener Universität in exponierter Lage ganz in der Nähe des Berliner Doms.
Brandenburg: Natur und Innovation
Mit seinen ausgedehnten Wald- und Seenlandschaften steht das Land Brandenburg in angenehmem Kontrast zur quirligen Metropole Berlin in seiner Mitte. Brandenburg ist mit 2,5 Millionen Einwohnern vergleichsweise dünn besiedelt. Schattige Wälder und glasklare Badeseen, aber auch gut ausgebaute Radwege und Skaterpisten bieten ideale Voraussetzungen für Sport und Erholung. Kathedralenhohe Alleen von insgesamt über 12 000 km Länge führen vorbei an Feldern, Wiesen und Höfen zu Schlössern und Herrenhäusern oder zu den vielen historischen Städten und Dörfern mit ihren landestypischen Feld- und Backsteinkirchen neben malerischen Gassen und Marktplätzen. In den zahlreichen Naturparks, Landschaftsschutzgebieten und Biosphärenreservaten können Spaziergänger Fisch- und Seeadler, Kormorane, Eisvögel und andere geschützte Tiere beobachten und seltene Pflanzen finden. Aber Brandenburg bietet nicht nur viel Natur, Kultur und Geschichte, sondern auch eine vielgestaltige, innovative Hochschul- und Wissenschaftslandschaft, die nach der Wiedervereinigung 1990 von Grund auf neu gestaltet wurde. Insgesamt elf öffentliche Hochschulen haben ihre Standorte in den Städten Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Königs Wusterhausen, Oranienburg, Potsdam, Senftenberg und Wildau, darunter drei Universitäten, eine Medienhochschule und sieben Fachhochschulen. Insgesamt sind im Land Brandenburg rund 47 000 Studierende eingeschrieben.
Von der Bundeshauptstadt Berlin zur brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam sind es kaum mehr als ein paar Schritte – man muss nur die Glienicker Brücke überqueren, durch deren Mitte einst die Grenze zwischen Berlin (West) und der DDR verlief und auf der Agenten der Großmächte des Kalten Krieges ausgetauscht wurden. Kurz hinter der Brücke im Potsdamer Schloss Cecilienhof bestimmten nach dem Zweiten Weltkrieg die Alliierten USA, Sowjetunion und Großbritannien im Potsdamer Abkommen über Deutschlands Zukunft. Den Charme der über 1000-jährigen Stadt Potsdam, die heute rund 152 000 Einwohner hat, machen vor allem die zahlreichen Schlösser, Parks und Gärten aus, von denen ein Großteil zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. In der historischen Innenstadt Potsdams bilden barocke Bürgerhäuser einen prächtigen Kontrast zu den roten Backsteinbauten des Holländischen Viertels, mit denen ein Preußenkönig um 1740 um den Zuzug holländischer Handwerker warb. Rund hundert Jahre später ließ ein anderer Preußenkönig unweit vom Stadtzentrum für seine russischen Chorsänger die mit reichem Schnitzwerk verzierten Holzhäuser der Russischen Kolonie Alexandrowka bauen. Weitere rund hundert Jahre mussten vergehen, bis Potsdam 1948 Standort einer Landes-hochschule wurde, aus der vier Jahre später eine Pädagogische Hochschule entstand. Nachdem 1991 die Universität Potsdam gegründet worden war, ging die Pädagogische Hochschule in der neuen Institution auf. Heute bildet die Universität Potsdam nicht nur als einzige Hochschule Brandenburgs Lehrerinnen und Lehrer aus, sondern bietet auch das breiteste Fächerspektrum aller Hochschulen des Landes. Das Hauptgebäude der Universität ist eine noble Adresse: Man residiert in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Gästehaus Friedrichs des Großen, dem schlossähnlichen Neuen Palais am Park Sanssouci. Weitere Standorte sind das westlich gelegene Golm sowie Babelsberg nahe der östlichen Stadtgrenze zu Berlin. Dort arbeitet unter anderem das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, ein stiftungsfinanziertes Institut an der Universität Potsdam. Alle Standorte der Universität Potsdam sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch aus Berlin leicht erreichbar.
Ein anderer wichtiger Hochschulstandort ist das 850 Jahre alte Cottbus, Hauptstadt der Lausitz und nach Potsdam zweitgrößte Stadt Brandenburgs. Cottbus liegt im südöstlichsten Zipfel des Landes an der Spree und ist das kulturelle und politische Zentrum der slawischen Minderheit der Sorben und Wenden: Orts- und Namensschilder sind deshalb – oft zur Verwunderung auswärtiger Besucher – in der Lausitz zweisprachig. Das Profil der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, die ebenfalls 1991 gegründet wurde und sich zum Innovationszentrum der Niederlausitz entwickelt hat, wird geprägt durch interdisziplinäre Forschung und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit. Umwelt, Energie, Material, Bauen sowie Information/Kommunikation sind die Hauptforschungsthemen dieser jüngsten Technischen Universität Deutschlands.
Eine Auto- oder Zugstunde östlich von Berlin liegt unmittelbar an der Grenze zu Polen die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Der lateinische Name „Viadrina“ bedeutet „an der Oder gelegen“ – so hieß auch schon die erste brandenburgische Landesuniversität, die von 1506 bis 1811bestand und Ulrich von Hutten, Carl Philipp Emanuel Bach, die Brüder Humboldt und den aus Frankfurt (Oder) gebürtigen Heinrich von Kleist zu ihren Studenten zählte. 1991 als Europa-Universität neu ins Leben gerufen, ist die Viadrina heute eine Stiftungsuniversität. Fast ein Drittel ihrer Studierenden kommt aus dem Ausland – alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind vertreten. Besonders eng sind die Beziehungen zum Nachbarland Polen: In Słubice am anderen Flussufer liegt das gemeinsam mit der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań betriebene Collegium Polonicum.
Noch einmal zurück in die Niederlausitz: Sie ist reich an weitläufigen Heide-, Wald- und Seengebieten, aber auch an berühmten Kulturlandschaften wie den Parkanlagen von Branitz, Bad Muskau, Fürstlich Drehna oder Spremberg. Mit der Flutung etlicher ehemaliger Braunkohletagebaue entsteht dort gerade Europas größte künstliche Wasserlandschaft: das „Lausitzer Seenland“. Von dieser erholsamen Nachbarschaft profitieren auch die Studierenden der Hochschule Lausitz (FH) mit ihren beiden Standorten in Senftenberg und Cottbus. Zu ihrem vielfältigen Studienangebot gehören außer ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienangeboten z. B. auch Architektur, Gerontologie, Klimagerechtes Bauen, Naturstoffchemie oder Soziale Arbeit.
Knapp 50 km westlich von Potsdam liegt Brandenburg an der Havel, mit rund 73 000 Einwohnern drittgrößte Stadt des Landes. Besonderes Flair erhält die Stadt durch ihre drei historischen Stadtkerne mit vielen liebevoll sanierten Kirchen, Häusern und Gassen, verschlungenen Wasserläufen und gepflegten Grünanlagen. Mit Gründung der Fachhochschule Brandenburg wurde die Stadt Brandenburg 1992 erstmals in ihrer über 1000-jährigen Geschichte zur Hochschulstadt. In der ehemaligen preußischen Kürassierkaserne, einem imposanten roten Ziegelbau, sitzt außer der Verwaltung auch der wirtschaftswissenschaftliche Fachbereich der FH Brandenburg, während die Fachbereiche Technik sowie Informatik und Medien Platz in den benachbarten Neubauten gefunden haben.
Die Fachhochschule Eberswalde hat ihren Sitz etwa 50 km nordöstlich von Berlin in der gleichnamigen Stadt. Eberswalde mit seinen rund 42 500 Einwohnern nennt sich zu Recht „Waldstadt“: Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands und der Naturpark Barnim reichen bis ins Stadtgebiet hinein. Die Namen der vier Fachbereiche der FH Eberswalde, die sich der nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes besonders verpflichtet fühlt, sind Programm: Holztechnik, Landschaftsnutzung und Naturschutz, Wald und Umwelt sowie Wirtschaft. Mit ihrem breiten ökologischen und internationalen Studienangebot, das auch Masterstudiengänge wie Global Change Management oder Nachhaltiger Tourismus einschließt, besitzt die FH Eberswalde auch überregional ein unverwechselbares Profil.
Südlich vom Flughafen Schönefeld am südöstlichen Stadtrand Berlins liegt die größte Fachhochschule des Landes Brandenburg: die Technische Hochschule Wildau (FH). Schon seit 1949, also lange vor der Gründung der TH Wildau, werden dort Maschinenbauer und Ingenieure ausgebildet. Der Industriestandort, eingebettet in eine ausgedehnte Seenlandschaft, entstand vor rund 100 Jahren, als die Berliner Industrie die Gegend für den Maschinen- und Fahrzeugbau entdeckte. Ohne Wirtschaft geht an der TH Wildau gar nichts: Die drei Fachbereiche heißen Ingenieurwesen/Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaft/Wirtschaftsinformatik sowie Wirtschaft, Verwaltung und Recht.
In der Landeshauptstadt Potsdam sind außer der schon beschriebenen Universität noch zwei weitere öffentliche Hochschulen angesiedelt. Die 1991 gegründete Fachhochschule Potsdam verteilt sich auf zwei Standorte im Norden und im Zentrum der Stadt. Dort entsteht im Bornstedter Feld der „Campus Fachhochschule“, auf dem in einigen Jahren die gesamte Hochschule Platz finden wird. Besonderen Wert legt die Fachhochschule Potsdam, deren Angebot an Masterstudiengängen von Architektur über Design bis zu Sozialer Arbeit und Medienwissenschaften reicht, auf projektorientiertes Lehren und Lernen und anwendungsorientierte Forschung sowie auf eine Kinderbetreuung, die den Studierenden die Vereinbarkeit von Familie und Studium erleichtert.
Die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg ist die einzige Kunsthochschule des Landes Brandenburg und die älteste und größte Medienhochschule Deutschlands. Sie bietet eine Verbindung künstlerischer und wissenschaftlicher Studiengänge aus den Bereichen Film, Fernsehen und Neue Medien. Besonderer Wert wird hier auf das Training von Teamarbeit gelegt: Die Studierenden erarbeiten praktische Produktionen gemeinsam. An ihrem traditionsreichen Standort – hier drehten u.a. Marlene Dietrich, Friedrich Wilhelm Murnau, Ernst Lubitsch und Fritz Lang – befindet sich das futuristisch anmutende Hauptgebäude der Filmhochschule in unmittelbarer Nähe der Film- und Fernsehstudios des Rundfunks Berlin-Brandenburg, des Filmparks Babelsberg und zahlreicher weiterer Medienunternehmen.
Außerdem bilden im Land Brandenburg zwei Fachhochschulen speziell für den Personalbedarf des öffentlichen Dienstes aus: Die Fachhochschule für Finanzen Brandenburg im südöstlich von Berlin gelegenen Königs Wusterhausen qualifiziert Beamtenanwärterinnen und -anwärter zu Diplom-Finanzwirten (FH), bietet aber keine Masterstudiengänge an. An der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg in Oranienburg, der fünftgrößten Stadt Brandenburgs, studiert der Nachwuchs für den gehobenen Polizeivollzugsdienst des Landes; hier wird auch ein Masterstudiengang angeboten.
Neben den öffentlichen Hochschulen gibt es in der Region eine Reihe kleinerer privater Hochschulen, von denen nur ein Teil auch Masterstudiengänge anbietet. In Berlin verfügen zurzeit rund zwei Dutzend, in Brandenburg vier private Hochschulen über eine staatliche Anerkennung. Einige haben Universitätsrang, die meisten sind Fachhochschulen. Zu den Besonderheiten privater Hochschulen gehört, dass sie auf ein schmales Fächerspektrum (vorwiegend Wirtschaft, Gestaltung, Gesundheit) spezialisiert sind und im Gegensatz zu den öffentlichen Hochschulen der Region nicht nur für weiterbildende Masterstudiengänge, sondern für das gesamte Studienangebot Gebühren verlangen.
Außeruniversitäre Forschung in Berlin und Brandenburg
Geforscht wird nicht nur an Hochschulen, sondern auch an vielen außeruniversitären Institu-ten. Kaum eine andere europäische Region weist eine höhere Dichte an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen auf als Berlin-Brandenburg: Hunderte solcher Einrichtungen sind in der Region ansässig, aber nur ein Bruchteil kann hier genannt werden. Während Berlin über die beiden großen Technologieparks Adlershof und Buch verfügt und einer der führenden Life-Science-Forschungsstandorte Europas ist, kann Potsdam auf eine 120-jährige Forschungstradition insbesondere in den Bereichen Astrophysik, Geodäsie und Gravitationsforschung zurückblicken. Auf dem Telegrafen- berg, wo um 1876 das erste astrophysikalische Observatorium der Welt entstand, liegt heute der Wissenschaftspark Albert Einstein mit dem Geoforschungszentrum Potsdam, dem Astrophysikalischen Institut Potsdam, dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Im Wissenschaftspark Golm arbeiten Institute der Universität Potsdam mit Fraunhofer- und Max-Planck-Instituten in verschiedenen Bereichen der Biowissenschaften, Chemie und Physik zusammen. Für exzellente Grundlagenforschung steht die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. Seit ihrer Gründung 1948 zählt sie 17 Nobelpreisträger in ihren Reihen. Sie betreibt in Berlin und Brandenburg acht ihrer insgesamt 76 Institute, die mit überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanzierter natur-, sozial- und geisteswissenschaftlicher Grundlagenforschung beschäftigt sind.
Auf anwendungsorientierte Forschung ausgerichtet ist dagegen die ebenfalls öffentlich finanzierte Fraunhofer-Gesellschaft. In Berlin und Potsdam arbeiten zehn ihrer insgesamt 80 Institute und Einrichtungen, wobei Berlin mit sieben Einrichtungen der größte Standort in Deutschland ist. Die von Bund und Ländern finanzierte Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. betreibt Spitzenforschung in den Bereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch, dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie und dem bereits erwähnten Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum bereichern derzeit drei Helmholtz-Einrichtungen die Region. Die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. unterhält 13 ihrer 86 Einrichtungen in Berlin und neun in Brandenburg. Die interdisziplinär arbeitenden Institute betreiben anwendungsorientierte Grundlagenforschung in den Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften und stellen Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung bereit. Zusätzlich arbeiten in der Region weitere bedeutende geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtungen, darunter vor allem das Wissenschaftskolleg Berlin, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften oder das Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, von denen wichtige Impulse für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausgehen.
Optimale Bedingungen für den Nachwuchs
Wer sich entschließt, in der Berlin-Brandenburger Hochschulregion zu studieren und zu forschen, ist gut beraten. Schon viele internationale Karrieren haben hier ihren Anfang genommen. Der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert besonders von der Kooperation zwischen Hochschulen, außer-universitären Forschungseinrichtungen und forschenden Unternehmen sowie von den zahlreichen wissenschaftlichen Netzwerken. Wer promovieren möchte, findet attraktive Möglichkeiten vor allem in den Graduate Schools, die von den Hochschulen teilweise in Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen betrieben werden und die für ihre hoch qualifizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig Stipendien ausschreiben. Dazu zählen z. B. die Berlin Mathematical School, die Berlin-Brandenburger Schule für Regenerative Therapien, die Leibniz Graduate School of Molecular Biophysics oder die Berlin School of Mind and Brain. Da an vielen dieser Graduate Schools der Lehrbetrieb in englischer Sprache stattfindet, ziehen sie wissenschaftlichen Nachwuchs aus aller Welt an und fördern so die Entwicklung internationaler Zusammenarbeit auf höchstem Niveau. An vielen Hochschulen sind eigene Einrichtungen für Technologietransfer angesiedelt; geboten wird oft auch Unterstützung für Forscherinnen und Forscher beim Einwerben von Drittmitteln und bei der Anmeldung und Verwertung von Patenten. Den Absprung von der Hochschule in den Arbeitsmarkt erleichtern die Career Services und die Existenzgründungszentren.
Ob zum Studieren oder zum Forschen, zum Leben oder zum Arbeiten – wer sich für Berlin und Bran- denburg entscheidet, hat optimale Startbedingungen.



