- Vom Bachelor zum Master in Berlin und Brandenburg
- Konsekutive, nichtkonsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge
- Forschungs- und anwendungsorientierte Masterstudiengänge
- Akkreditierung
- Mit dem Master ins Lehramt
- Studiengebühren nur für Weiterbildung
- Bewerbungen für Masterstudiengänge
- Mobil für das Masterstudium
- Hochschulrankings
Die Berliner und Brandenburger öffentlichen Hochschulen bieten eine unvergleichliche Vielfalt grundständiger und weiterführender Studienmöglichkeiten. Weit über fünfhundert Masterstudiengänge unterschiedlichster Fachrichtungen und Profile können in der Hauptstadtregion studiert werden. Masterstudiengänge werden sowohl von Universitäten als auch von Fachhochschulen und künstlerischen Hochschulen angeboten. Zwar ist der Hauptunterschied zwischen Universitäten und Fachhochschulen – Wissenschaftsorientierung einerseits, Anwendungsorientierung andererseits – auch nach der Bologna-Reform der Studienstrukturen erhalten geblieben, aber weil damit viele frühere Formalunterschiede entfallen sind, hat sich die Durchlässigkeit zwischen den beiden Hochschulformen verbessert. Sind die jeweiligen Zugangsvoraussetzungen erfüllt, können Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen ihr Studium auch mit einem universitären Masterstudiengang fortsetzen, und wer das Bachelorstudium an einer Universität abgeschlossen hat, kann umgekehrt ein Masterstudium an einer Fachhochschule beginnen.
Konsekutive, nichtkonsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge
Derzeit gibt es noch drei Kategorien von Masterstudiengängen. Konsekutive Masterstudiengänge knüpfen ausschließlich an Bachelorabschlüsse eines bestimmten Fachgebiets an; Bachelor- und Masterstudium stellen also eine fachliche Einheit dar. Zugangsvoraussetzung für einen konsekutiven Masterstudiengang ist deshalb ein Bachelorabschluss im gleichen Fach oder ein anerkanntes Äquivalent aus dem In- oder Ausland. Nichtkonsekutive Masterstudiengänge sind den konsekutiven Studiengängen gleichwertig, bauen aber nicht auf Bachelor-abschlüssen in bestimmten Fächern auf. Da ihre Gegenstände oft „quer“ zu den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen liegen, sind Abschlüsse verschiedener Fächer als Zugangsvoraussetzung geeignet. Auch die weiterbildenden Masterstudiengänge behandeln oft Querschnittsthemen, stellen aber enge Bezüge zu beruflichen Praxisfeldern her und sprechen vor allem Graduierte mit Berufserfahrung an. Konsekutive Masterstudiengänge bauen an Universitäten meist auf dreijährigen Bachelorstudiengängen auf und dauern zwei Jahre, während Fachhochschulen als Ergänzung dreieinhalbjähriger Bachelorstudiengänge oft auch eineinhalbjährige Masterstudiengänge anbieten. Einjährige Masterstudiengänge sind fast ausnahmslos weiterbildend.
Nachdem die deutschen Kultusminister im Jahr 2010 das Masterstudium neu geordnet haben, soll es künftig überall nur noch konsekutive und weiterbildende Programme geben. Faktisch ändert sich dadurch aber nur wenig, denn die bisher als nichtkonsekutiv bezeichneten Studiengänge werden dann der Gruppe der konsekutiven Studiengänge zugerechnet. In Berlin ist vor dem Hintergrund der Vereinbarung der Kultusminister eine Änderung der Hochschulgesetzgebung geplant: Sie definiert zwei Typen konsekutiver Programme, die wiederum der alten Unterscheidung zwischen konsekutiv und nichtkonsekutiv entsprechen.
Forschungs- und anwendungsorientierte Masterstudiengänge
Masterstudiengänge werden außerdem noch in anderer Weise unterschieden: Sie sind entweder stärker forschungsorientiert und sprechen damit insbesondere Studierende an, die an einer wissenschaftlichen Karriere interessiert sind, oder sie sind stärker anwendungsorientiert ausgerichtet und qualifizieren damit in ers-ter Linie für Tätigkeiten außerhalb von Wissenschaft und Forschung. Sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen können forschungs- und anwendungsorientierte Masterstudiengänge anbieten. Forschungsorientierte Studiengänge sind allerdings an Fachhochschulen eher selten zu finden, während die Universitäten auch anwendungsorientierte Programme eingerichtet haben.
Bachelor- wie Masterstudiengänge sind im Regelfall akkreditiert. Im Rahmen der Akkreditierung, die spezielle Agenturen durchführen, wird die Qualität von Studium und Lehre dokumentiert und damit die nationale und internationale Vergleichbarkeit der Studiengänge gesichert. Neben der Akkreditierung einzelner Studiengänge ist auch die Akkreditierung des internen Qualitätssicherungssystems einer Hochschule möglich. Solche „Systemakkreditierungen“ haben einige Hochschulen in der Region Berlin-Brandenburg beantragt und warten noch auf den Abschluss der Verfahren. Fehlende Akkreditierungen sind also kein Zeichen für mangelnde Qualität.
Eine besondere Gruppe anwendungsorientierter Masterstudiengänge stellen die Studiengänge mit Abschluss Master of Education dar, mit denen angehende Lehrerinnen und Lehrer sich für den Vorbereitungsdienst in den Schulen qualifizieren können. Solche Masterstudiengänge werden in Berlin von der Freien Universität, der Humboldt-Universität, der Technischen Universität und der Universität der Künste sowie im Land Brandenburg von der Universität Potsdam angeboten. Für die Studiengänge bewerben können sich Bachelorabsolventinnen und -absolventen, die im jeweiligen Land eine entsprechende Fächerkombination studiert und die jeweils erforderlichen berufswissenschaftlichen Studienleistungen (z.B. Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik, Psychologie, Schulpraktika) erbracht haben.
Studiengebühren nur für Weiterbildung
Berlin und Brandenburg gehören zu den deutschen Ländern, die für öffentliche Hochschulen keine allgemeinen Studiengebühren eingeführt haben. In Berlin sind Gebühren ausschließlich für weiterbildende Masterstudiengänge möglich. Auch im Land Brandenburg können weiterbildende Masterstudiengänge Gebühren kosten: Nach dem Hochschulgesetz müssen nur konsekutive Masterstudiengänge gebührenfrei sein. Diese können nicht nur von Hochschule zu Hochschule, sondern auch innerhalb einer Hochschule von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich hoch sein.
Bewerbungen für Masterstudiengänge
Die Zulassungsregelungen für Masterstudiengänge sind äußerst heterogen. Die Unterschiede beginnen bei den länderspezifischen Grundsatzregelungen und setzen sich in vielfältigen hochschul- und studiengangspezifischen Bestimmungen fort. So werden außer dem ersten Hochschulabschluss immer häufiger weitere Zugangsvoraussetzungen verlangt, z.B. Fremdsprachenkenntnisse auf bestimmtem Niveau. Ob eine Bewerbung erfolgversprechend ist oder nicht, hängt außerdem von der Nachfrage und den ggf. zusätzlich angewandten Auswahlkriterien ab und muss in vielen Fällen in der für den jeweiligen Masterstudiengang zuständigen Studienfachberatung geklärt werden.
Der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist ein idealer Zeitpunkt, um die Hochschule zu wechseln. Ein Hochschulwechsel kann nicht nur für neue fachliche Anregungen sorgen, sondern auch Erfahrungen in einem neuen sozialen Umfeld und einer anderen Hochschulkultur vermitteln. Da ein großer Teil der Masterstudiengänge inter- oder multidisziplinär ausgerichtet ist, besteht auch die Möglichkeit, fachliche oder berufliche Um- und Neuorientierungen zu realisieren. Vor allem die weiterbildenden Masterstudiengänge erlauben solche Neuorientierungen auch noch nach längeren Phasen beruflicher Tätigkeit.
Wer bei der Hochschulwahl Ranking-Ergebnisse berücksichtigen will, muss sehr genau hinschauen: Einige Hochschulen haben ihre Stärken in der Spitzenforschung, andere sind führend in der Anwendung innovativer Lehrkonzepte – Rankings bilden solche Unterschiede oft nur unzureichend ab. Besonders für ausländische Bewerberinnen und Bewerber ist wichtig zu wissen, dass die Differenzen zwischen den Hochschulen in Deutschland deutlich geringer ausfallen als in vielen anderen europäischen und außereuropäischen Staaten. Auch Hochschulen oder Fachbereiche, die nach den jeweils verwendeten Rankingkriterien nicht zur Spitzengruppe gerechnet werden, bieten durchweg eine hohe Ausbildungsqualität; an öffentlichen Hochschulen werden in Deutschland bestimmte Standards nie unterschritten. Ein Masterstudium in der Region Berlin-Brandenburg eröffnet allen Absolventinnen und Absolventen solide berufliche Chancen, und zwar unabhängig davon, an welcher Hochschule sie studiert haben.





