Ausbildung zum Biologielaborant/in in Berlin

Biologielaborantinnen und Biologielaboranten arbeiten in Forschungs- und Industrielaboren. In Berlin bilden unter anderem Forschungsinstitute wie das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und Unternehmen der Pharma- und Biotechbranche aus.

Sie bereiten Experimente vor, führen sie durch, organisieren den Laboralltag und helfen bei der Auswertung der Ergebnisse.

Spezialisieren können sie sich zum Beispiel auf Molekularbiologie, Immunologie, Biochemie oder Mikrobiologie.

Berufsbild und Tätigkeitsfeld eines Biologielaboranten

Biologielaboranten untersuchen Abläufe in lebenden Organismen. Im Labor arbeiten sie mit Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen, mit ganzen Organismen ebenso wie mit einzelnen Zellen, Geweben und Organen.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Labor

Biologielaboranten prüfen, wie Medikamente im Körper wirken. Dafür nutzen sie Geräte wie Mikroskope und Zentrifugen. Zu ihren Aufgaben gehören auch Untersuchungen an Tieren.

Ein weiteres Feld ist die Kontrolle von Böden und Nährstoffen sowie von Futter- und Düngemitteln. Das dient der Qualitätssicherung in der Landwirtschaft.

Außerdem untersuchen sie Krankheitserreger und Krankheitssymptome an Pflanzen und Tieren, im Labor wie im Freiland.

Einsatzgebiete und Spezialisierungsmöglichkeiten

Biologielaboranten arbeiten unter anderem in diesen Bereichen:

  • Medizinische Forschung und Entwicklung
  • Pharmazeutische Industrie
  • Lebensmittelindustrie und Qualitätskontrolle
  • Umweltschutz und Ökologie
  • Landwirtschaft und Tierzucht

Die folgende Tabelle zeigt einige Spezialisierungen und was sie zusätzlich verlangen:

Spezialisierung Zusätzliche Anforderungen
Molekularbiologie Kenntnisse in Gentechnik und PCR
Mikrobiologie Erfahrung mit Kultivierung und Identifizierung von Mikroorganismen
Zellbiologie Verständnis von Zellkulturverfahren und Zellanalyse
Immunologie Kenntnisse in Immunoassays und Durchflusszytometrie

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Biologielaborant/in

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein.

Schulische Anforderungen und empfohlene Fähigkeiten

Bewerberinnen und Bewerber sollten sich für Naturwissenschaften interessieren, besonders für Biologie, Chemie und Physik. Eine schnelle Auffassungsgabe und genaue Beobachtung helfen, Zusammenhänge zu verstehen und verlässliche Ergebnisse zu erzielen.

Ausbildung zum Biologielaborant
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Persönliche Eigenschaften und Softskills

Wer mit Proben arbeitet, muss sorgfältig dokumentieren und Sicherheitsvorschriften einhalten. Mit Versuchstieren umzugehen, gehört in vielen Betrieben dazu; darüber sollte man sich vor der Bewerbung klar sein.

Grundkenntnisse in Englisch sind von Vorteil, weil internationale Forschungsteams und viele Fachveröffentlichungen Englisch nutzen.

Ausbildungsinhalte und -ablauf

Theoretische und praktische Lerneinheiten

Die Theorie umfasst Biologie, Chemie, Physik und Fachwissen aus Mikrobiologie, Zellkultur, Biochemie, Molekularbiologie und Immunologie.

In der Praxis lernen die Auszubildenden den sicheren Umgang mit Laborgeräten und üben mikrobiologische, zellkulturtechnische, biochemische, molekularbiologische, immunologische und gentechnische Arbeiten sowie die Probennahme.

Duale Ausbildung: Berufsschule und Ausbildungsbetrieb

Die Ausbildung ist dual aufgebaut: Die Berufsschule vermittelt die Theorie, im Ausbildungsbetrieb, also in einer Forschungseinrichtung oder einem Industrielabor, steht die praktische Arbeit im Vordergrund.

Prüfungen und Abschluss der Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet etwa in der Mitte der Ausbildung statt und zählt bereits zur Endnote, Teil 2 am Ende.

Über Wahlqualifikationen können sich die Auszubildenden schon während der Ausbildung spezialisieren, etwa auf parasitologische, toxikologische oder biotechnologische Arbeiten.

Ausbildungsbetriebe und Institut in Berlin

In Berlin bilden sowohl Forschungsinstitute als auch Unternehmen Biologielaboranten aus. Ein Beispiel ist das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Dort arbeiten Auszubildende im Laboralltag mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen.

Biologielaboranten im Labor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Für den schulischen Teil ist die Lise-Meitner-Schule zuständig. Dort lernen die Auszubildenden das theoretische Wissen.

Auch Unternehmen aus Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik bilden aus oder beschäftigen Biologielaboranten.

Arbeitgeber für Biologielaboranten in Berlin sind zum Beispiel:

  • Bayer AG
  • Biotronik SE & Co. KG
  • Eckert & Ziegler AG

Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Biologielaboranten

Spezialisierungen und Fortbildungen

Je nach Interesse kommen diese Wege in Frage:

  • Fortbildung zum/zur Biotechniker/in
  • Spezialisierung im Bereich Molekularbiologie
  • Weiterbildung in der Qualitätssicherung
  • Vertiefung der Kenntnisse in der Zellkultur

Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist auch ein Studium möglich, etwa in Biologie, Biotechnologie oder Biochemie.

Aufstiegsmöglichkeiten und Perspektiven

Mit Berufserfahrung sind zum Beispiel diese Karriereschritte möglich:

Position Verantwortlichkeiten
Laborleiter/in Koordination und Überwachung der Laborabläufe
Projektmanager/in Planung und Durchführung von Forschungsprojekten
Qualitätsmanager/in Sicherstellung der Einhaltung von Qualitätsstandards

Leitungsaufgaben setzen in der Regel eine Aufstiegsfortbildung wie den staatlich geprüften Techniker oder ein Studium voraus.

Fazit

Die Ausbildung zum Biologielaboranten in Berlin dauert 3,5 Jahre und findet in Berufsschule und Labor statt. Ausgebildet wird in Forschungsinstituten und in der Industrie.

Wer sich für Biologie, Chemie und genaues Arbeiten begeistert, lernt hier Arbeitstechniken von der Zellkultur bis zur Molekularbiologie. Nach der Ausbildung sind Spezialisierungen, Fortbildungen wie zum Biotechniker oder ein Studium möglich.

Wer lieber mit chemischen Stoffen als mit Organismen arbeitet, findet eine verwandte Alternative in der Ausbildung zum Chemielaborant/in in Berlin.

Quellenverweise