
Räume beeinflussen, wie wir uns fühlen und wie gut wir arbeiten. Eine gut gesetzte Wand oder ein passender Farbton kann ein Zuhause gemütlich oder ein Büro konzentriert wirken lassen. Innenarchitekten gestalten private und öffentliche Räume, von Wohnungen über Büros und Praxen bis zu Läden, Hotels und Ausstellungen. Dabei geht es um Aussehen, Funktion und das Wohlbefinden der Menschen, die die Räume nutzen. Auch der Umbau bestehender Gebäude für eine neue Nutzung gehört zu ihren Aufgaben.
Was Innenarchitektur ausmacht
Innenarchitektur ist mehr als Möbel stellen und Farben auswählen. Sie umfasst die gestalterische und technische Planung von Innenräumen: Grundrisse, Licht, Akustik, Materialien, Einbauten und Haustechnik, dazu Baurecht, Kosten und die Bauleitung. Im Studium lernst du, Form und Funktion zusammenzubringen und dabei die Bedürfnisse der späteren Nutzer im Blick zu behalten.
Einen passenden Studiengang bietet zum Beispiel die Macromedia Fachhochschule mit dem Bachelor in Interior Design an. Er soll technische, gestalterische und unternehmerische Fähigkeiten vermitteln. Prüfe bei jedem Studiengang, ob er die Voraussetzungen für die spätere Eintragung bei der Architektenkammer erfüllt (siehe unten).
Wo soll ich studieren? Innenarchitektur in Berlin und Brandenburg
Ein eigener Studiengang Innenarchitektur oder Interior Design wird in Berlin derzeit nur an privaten Hochschulen angeboten, die in der Regel Studiengebühren verlangen. Staatliche Alternativen sind die Studiengänge für Architektur in Berlin und Brandenburg, in denen Innenraumplanung ein Teil des Studiums ist. Vergleiche vor der Bewerbung Studiendauer, Kosten, Akkreditierung und die Anerkennung durch die Architektenkammer. Wer sich allgemein für Gestaltung interessiert, sollte sich auch die Designstudiengänge in Berlin und Brandenburg ansehen.
Was erwartet mich im Studium?
Ein Innenarchitekturstudium verbindet Gestaltung, Technik und Praxis. Der genaue Aufbau unterscheidet sich je nach Hochschule. Ein sechssemestriger Bachelor kann zum Beispiel so aussehen:
| Studiensemester | Kursinhalt |
| 1. Semester | Grundlagen der Gestaltung, Einführung in die Architekturgeschichte |
| 2. Semester | Technische Zeichnung, Materialkunde |
| 3. Semester | Innenraumgestaltung, Beleuchtungskonzepte |
| 4. Semester | Bauprozesse, Projektmanagement |
| 5. Semester | Praxiserfahrung, Auslandssemester |
| 6. Semester | Abschlussprojekt, Thesis |
Daneben gibt es oft Wahlkurse, etwa zu nachhaltigem Design oder digitaler Visualisierung. Aus den Projektarbeiten entsteht ein Portfolio, das du für Bewerbungen brauchst. Für die Zulassung verlangen Hochschulen häufig bereits eine Mappe mit eigenen Arbeiten oder eine Eignungsprüfung.
Berufsbezeichnung und Architektenkammer
„Innenarchitekt/in“ ist eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Führen darf sie nur, wer in die Liste der Innenarchitekten einer Architektenkammer eingetragen ist. In Berlin verlangt die Architektenkammer dafür nach eigenen Angaben ein Studium mit einer Regelstudienzeit von mindestens vier Jahren, mindestens zwei Jahre Berufspraxis in der Fachrichtung und den Nachweis von Fortbildungen. Ein sechssemestriger Bachelor reicht dafür allein nicht, meist folgt ein Master oder ein längeres Bachelorstudium. Ohne Eintragung kannst du trotzdem als Interior Designer oder Raumgestalter arbeiten, darfst dich aber nicht Innenarchitekt nennen.
Jobperspektiven: Wo Innenarchitekten arbeiten
Die Zukunftsaussichten für Innenarchitekten hängen stark von der Baukonjunktur ab. Innenarchitekten arbeiten in Planungsbüros für Innenarchitektur oder Architektur, bei Messe- und Ladenbauern, Möbelherstellern oder selbstständig. Viel Arbeit entsteht beim Umbau bestehender Gebäude, etwa wenn Büros, Praxen oder Läden neu eingerichtet werden. Neue Aufgaben entstehen durch Technik, etwa durch VR zur Raumplanung oder die Planung von Smart Homes. Weitere Arbeitsfelder sind Szenografie, Ausstellungsgestaltung und die Einrichtung von Restaurants und Hotels.
Zum Arbeitsalltag gehören CAD- und Visualisierungsprogramme. Wer sicher mit diesen Programmen umgeht, kann Entwürfe für Kunden anschaulich darstellen und schneller abstimmen.
Fazit
Innenarchitektur verbindet Gestaltung mit Technik und Baurecht. In Berlin gibt es eigene Studiengänge nur an privaten Hochschulen, staatliche Hochschulen bieten Architektur an.
Wer Innenarchitekt/in werden will, sollte vor der Wahl prüfen, ob das Studium für die Eintragung bei der Architektenkammer reicht, und Kosten, Dauer und Projektarbeit vergleichen.
