Schilder- und Lichtreklamehersteller entwerfen, bauen und montieren Schilder, Leuchtreklamen und Beschriftungen. Der Beruf verbindet Gestaltung mit Handwerk und Elektrotechnik. In Berlin bilden dafür Werbetechnik-Betriebe aus.
Schilder- und Lichtreklamehersteller/in ist die offizielle Bezeichnung des Handwerksberufs nach der Ausbildungsverordnung von 2012; in Stellenanzeigen und in der Branche ist oft von Werbetechnikern die Rede. Die Ausbildung dauert drei Jahre und folgt dem dualen System: Auszubildende arbeiten im Betrieb und lernen die Theorie in der Berufsschule.
Berufsbild eines Schilder- und Lichtreklameherstellers
Schilder- und Lichtreklamehersteller gestalten und fertigen Leuchtreklameanlagen, Schilder, Anzeigetafeln und Beschriftungen und bringen sie beim Kunden an.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Sie begleiten einen Auftrag von der Idee bis zum fertigen Produkt. Zuerst entstehen Entwurfsskizzen, die sie mit dem Kunden besprechen. Danach arbeiten sie die Entwürfe am Computer aus.
In der Fertigung bearbeiten sie Materialien wie Plexiglas, Metall oder Kunststoff, schneiden die Teile zu und fügen sie zusammen. Auch Schaufensterbeschriftungen und Fahrzeugbeklebungen gehören zu ihren Aufgaben.
Elektrik und Montage
Bei Leuchtreklamen verlegen Schilder- und Lichtreklamehersteller Leitungen, bauen Leuchtmittel ein und montieren die Steuerungen. Fertige Anlagen bringen sie an Fassaden, Dächern oder Masten an, oft mit Hubsteiger oder Gerüst.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Schulabschluss und persönliche Eigenschaften
Erwartet wird in der Regel ein Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.
Gefragt sind handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Sorgfalt, Genauigkeit und Teamfähigkeit.

Kenntnisse und Fähigkeiten
Gute Deutschkenntnisse sind notwendig. Grundwissen in Mathematik und Geometrie hilft beim Planen und Zuschneiden.
Wichtig sind außerdem ein Gespür für Farben und Formen, sicherer Umgang mit dem Computer und räumliches Denken für dreidimensionale Werbeanlagen. Weil viel auf Leitern, Gerüsten und Dächern montiert wird, sollte man schwindelfrei sein.
Ausbildungsinhalte und -schwerpunkte
Theoretische und praktische Lerninhalte
Zu den theoretischen Lerninhalten gehören unter anderem:
- Gestaltungsgrundlagen und Typografie
- Materialkunde und Werkstoffkunde
- Fertigungstechnik und Produktionsplanung
- Elektrotechnik und Steuerungstechnik
- Arbeits- und Unfallschutz
Im Betrieb lernen die Auszubildenden, Metall, Kunststoff, Glas und Holz zu bearbeiten, und arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen.
Spezialisierungsmöglichkeiten
Die Ausbildungsverordnung sieht zwei Schwerpunkte vor: „Technik, Montage, Werbeelektrik/-elektronik“ und „Grafik, Druck, Applikation“. Innerhalb dieser Schwerpunkte setzen die Betriebe je nach Auftragslage eigene Akzente, zum Beispiel:
| Spezialisierungsbereich | Beschreibung |
|---|---|
| Fahrzeugbeschriftung | Gestaltung und Produktion von Beschriftungen und Folierungen für Fahrzeuge aller Art |
| Digitaldruck | Erstellung von Druckerzeugnissen mit digitalen Druckverfahren |
| Lichtwerbung | Planung, Herstellung und Montage von beleuchteten Werbeanlagen und Leuchtreklamen |
| Messebau | Konzeption und Bau von Messeständen und Ausstellungssystemen |
Ausbildungsbetriebe in Berlin
In Berlin gibt es mehrere Ausbildungsbetriebe für Schilder- und Lichtreklamehersteller. Zwei davon sind UNIKAT Berlin und reproplan Berlin oHG.

UNIKAT Berlin – Die Leucht- und Werbefabrik GmbH
UNIKAT Berlin fertigt Werbeprodukte wie Leuchtreklamen, Schilder und Fahrzeugbeschriftungen und hat zuletzt Ausbildungsplätze zum Schilder- und Lichtreklamehersteller für den Ausbildungsstart 2025 ausgeschrieben. Als Ausbildungsinhalte nennt das Unternehmen unter anderem:
- Buchstaben- und Leuchtkastenbau
- Schilder und Rahmen
- Oberflächen, Beschriftungen und Kaschierungen
- Planung, Fertigung, Montage und Wartung
Reproplan Berlin oHG
Reproplan Berlin oHG ist ein Standort von reproplan. Das Unternehmen produziert Digitaldrucke und Werbedrucke wie Schilder, Banner und Fahrzeugbeschriftungen.
Das Unternehmen bildet neben Schilder- und Lichtreklameherstellern auch Mediengestalter Digital und Print sowie Medientechnologen Druck aus.
Ob in einem Jahrgang Plätze frei sind, erfährt man am besten direkt bei den Betrieben. Weitere Ausbildungsbetriebe vermittelt die Handwerkskammer Berlin.
Schilderhersteller: Karrierechancen und Perspektiven
Nach der Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller gibt es verschiedene Wege in der Werbebranche.
Viele Fachkräfte arbeiten in Werbetechnik-Betrieben, Schildermanufakturen oder in der Außenwerbung. Mit Erfahrung übernehmen sie Aufgaben als Projektleiter oder Teamleiter.
Eine Spezialisierung auf Digitaldruck, 3D-Werbetechnik oder Lichtwerbung erweitert die Einsatzmöglichkeiten. Durch Weiterbildung bauen Schilderhersteller ihr Fachwissen aus.
Mit der Meisterprüfung im Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk ist der Schritt in die Selbstständigkeit möglich. Seit 2020 ist das Handwerk wieder zulassungspflichtig; der Meisterbrief berechtigt dazu, einen eigenen Betrieb zu führen und auszubilden.
Ein Studium, etwa in Kommunikationsdesign oder Mediendesign, eröffnet weitere Perspektiven.
Fazit
Die Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller in Berlin dauert drei Jahre und eignet sich für Menschen, die gern gestalten und technisch geschickt sind.
Die Aufgaben reichen vom Entwurf über die Fertigung bis zur Montage beim Kunden.
Ausbildungsbetriebe sind zum Beispiel UNIKAT Berlin – Die Leucht- und Werbefabrik und reproplan Berlin. Nach der Lehre arbeiten Fachkräfte in Werbetechnik-Betrieben oder Schildermanufakturen, bilden sich zum Meister weiter oder machen sich selbstständig.
