Die Bundespolizei sichert Grenzen, Bahnhöfe und Flughäfen und unterstützt bei Großeinsätzen. Für diese Aufgaben bildet sie Nachwuchs aus. In Berlin und Brandenburg ist die Bundespolizeidirektion Berlin zuständig, unter anderem für die Bahnhöfe und den Flughafen BER.
Es gibt drei Laufbahnen: den mittleren, den gehobenen und den höheren Dienst. Welcher Weg in Frage kommt, hängt vor allem vom Schulabschluss bzw. Studium ab.
Karrieremöglichkeiten bei der Bundespolizei
Mittlerer Dienst – mitten im Geschehen
Im mittleren Polizeivollzugsdienst sind Bundespolizistinnen und Bundespolizisten direkt im Einsatz, etwa bei Demonstrationen, Grenzkontrollen und an Flughäfen.
Gehobener Dienst – für Aufsteigerinnen und Aufsteiger
Für den gehobenen Dienst braucht man die Fachhochschulreife oder das Abitur, die Ausbildung ist ein dreijähriges Diplomstudium. Hier übernehmen Beamtinnen und Beamte Verantwortung als Führungskraft oder Spezialist.
Höherer Dienst – für Manager sowie Beraterinnen und Berater
Im höheren Dienst stehen nach einem Masterstudium strategische Führungsaufgaben an. Beamte leiten Dienststellen, gestalten das Polizeimanagement mit und beraten auch in Ministerien.
| Laufbahn | Tätigkeitsbereich | Voraussetzungen |
|---|---|---|
| Mittlerer Dienst | Demonstrationen, Grenzkontrollen, Flughäfen, Bahnhöfe | Mittlere Reife oder vergleichbarer Abschluss |
| Gehobener Dienst | Führungspositionen, Spezialistentätigkeiten | Fachhochschulreife oder Abitur; Ausbildung als Diplomstudium |
| Höherer Dienst | Strategische Führungsverantwortung, Polizeimanagement | Abgeschlossenes Masterstudium |
Ausbildung im mittleren Dienst der Bundespolizei
Die Ausbildung zum Polizeimeister bei der Bundespolizei dauert 2,5 Jahre. Sie endet mit der Laufbahnprüfung, danach tritt man den Dienst als Polizeimeisterin oder Polizeimeister an.
Ausbildungsablauf und Dauer
Das erste Jahr ist die Grundausbildung. Anwärterinnen und Anwärter lernen rechtliche Grundlagen, Einsatztaktik und den Umgang mit Waffen und üben das Gelernte praktisch.
Danach folgen Praktika in den Einsatzbereichen der Bundespolizei.

Praktika in verschiedenen Bereichen
Die Praktika während der Ausbildung umfassen:
- Grenzpolizeibereich
- Bahnpolizeibereich
- Bereitschaftspolizei
- Luftsicherheit
Dort wenden die Auszubildenden ihr Wissen an und lernen die Anforderungen der einzelnen Bereiche kennen.
Bundespolizeiakademie und ihre Ausbildungsstandorte
Die Bundespolizeiakademie ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung. Die Ausbildung im mittleren Dienst findet in ihren sieben Aus- und Fortbildungszentren statt. Das nächste zu Berlin liegt in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern.
| Ausbildungszentrum | Standort |
|---|---|
| Aus- und Fortbildungszentrum Bamberg | Bamberg, Bayern |
| Aus- und Fortbildungszentrum Diez | Diez, Rheinland-Pfalz |
| Aus- und Fortbildungszentrum Eschwege | Eschwege, Hessen |
| Aus- und Fortbildungszentrum Neustrelitz | Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern |
| Aus- und Fortbildungszentrum Oerlenbach | Oerlenbach, Bayern |
| Aus- und Fortbildungszentrum Swisttal | Swisttal, Nordrhein-Westfalen |
| Aus- und Fortbildungszentrum Walsrode | Walsrode, Niedersachsen |
Nach der Ausbildung arbeiten Polizeimeister in den Dienststellen der Bundespolizei, etwa bei einer Bundespolizeiinspektion an Bahnhöfen oder Flughäfen, oder in der Bereitschaftspolizei.
Studium im gehobenen Dienst der Bundespolizei
Der gehobene Dienst beginnt mit einem Diplomstudium an der Hochschule des Bundes. Es führt zum Polizeikommissar oder zur Polizeikommissarin.
Theorie und Praxis während des Studiums
Das Studium ist in 25 Module gegliedert. Auf dem Plan stehen Recht, Kriminalistik, Einsatzlehre und Verwaltung.
Dazu kommen praktische Übungen und Einsatztrainings, in denen Studierende das Verhalten in unterschiedlichen Einsatzsituationen trainieren.
Studienverlauf in Brühl und Lübeck
Das Studium gliedert sich in Grund- und Hauptstudium. Das Grundstudium findet in Brühl statt und vermittelt die Grundlagen des Polizeiberufs.
Im Hauptstudium in Lübeck vertiefen und spezialisieren sich die Studierenden. Dort studieren auch Aufstiegsbeamte aus dem mittleren Dienst.
Nach drei Jahren schließen die Absolventen als Diplomverwaltungswirt/in (FH) und Polizeikommissar/in ab. Sie können dann Führungsaufgaben im Ermittlungs- oder Streifendienst übernehmen und sich durch Fortbildungen spezialisieren.
Masterstudiengang für den höheren Dienst der Bundespolizei
Der Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ bildet künftige Führungskräfte der Bundespolizei aus. Das zweijährige Studium umfasst Einsatzlehre, Psychologie, Kriminalistik und Führungslehre und schließt an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster ab.
Das erste Jahr verbringen die Studierenden an der Hochschule des Bundes in Lübeck und beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden.

Das zweite Jahr findet in Münster statt, gemeinsam mit Studierenden der Länderpolizeien. Mit dem Abschluss Master of Arts beginnt die Laufbahn als Polizeirat oder Polizeirätin.
Nach dem Abschluss leiten Absolventen Dienststellen, koordinieren Einsätze und bilden Nachwuchskräfte aus.
Aufgaben und Organisation der Bundespolizeiakademie
Die Bundespolizeiakademie in Lübeck bündelt die Aus- und Fortbildung. Sie qualifiziert Personal aller Laufbahnen und ist an der Personalgewinnung beteiligt.
Angegliedert ist der Fachbereich Bundespolizei der Hochschule des Bundes. So liegen Ausbildung und Studium unter einem Dach.
Zur Akademie gehören weitere Einrichtungen:
- 7 Aus- und Fortbildungszentren (siehe Tabelle oben)
- 2 Sportschulen
- 1 Trainingszentrum
Konditionen der Ausbildung bei der Bundespolizei
Wer bei der Bundespolizei in den Polizeivollzugsdienst einsteigt, ist von Beginn an Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Statt einer tariflichen Ausbildungsvergütung gibt es Anwärterbezüge nach dem Bundesbesoldungsgesetz. Kern ist der Anwärtergrundbetrag, der nicht nach Ausbildungsjahren steigt, sondern von der Laufbahn abhängt. Je nach persönlicher Situation kann ein Familienzuschlag hinzukommen. Weil keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung anfallen, bleibt netto vergleichsweise viel übrig.
| Laufbahn | Anwärtergrundbetrag (brutto im Monat) |
|---|---|
| Mittlerer Dienst (Polizeimeisteranwärter, 2,5 Jahre) | 1.473,37 € |
| Gehobener Dienst (Polizeikommissaranwärter, 3 Jahre) | 1.744,22 € |
Stand: Anlage VIII zum Bundesbesoldungsgesetz, gültig seit 1. März 2024. Spätere Besoldungsanpassungen für 2025 und 2026 sind darin noch nicht berücksichtigt; aktuelle Beträge nennen die Bundespolizei und ihre Stellenausschreibungen.
Anwärterinnen und Anwärter haben wie andere Bundesbeamte 30 Urlaubstage im Jahr. Der Dienst richtet sich nach den Einsatzerfordernissen, Schicht- und Wochenenddienste gehören zum Beruf.
Fazit
Die Bundespolizei bildet für den mittleren, gehobenen und höheren Dienst aus. Je nach Schulabschluss führt der Weg über eine Ausbildung, ein Diplomstudium oder ein Masterstudium. Die Ausbildung im mittleren Dienst findet in einem der sieben Aus- und Fortbildungszentren statt, das Studium in Brühl und Lübeck. Bezahlt wird bereits in der Ausbildung nach dem Bundesbesoldungsgesetz.
Aktuelle Voraussetzungen und Bewerbungsfristen stehen in den Stellenausschreibungen der Bundespolizei.
