Feuerwehrleute löschen Brände, retten Menschen und helfen bei Unfällen und Unwettern. Wer in Berlin zur Berufsfeuerwehr möchte, durchläuft eine Ausbildung oder ein Studium bei der Berliner Feuerwehr.
Die Berliner Feuerwehr wurde 1851 gegründet und gilt als älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands. Sie gehört zu den größten Feuerwehren im Land und ist auf zahlreiche Berufsfeuerwachen im Stadtgebiet verteilt.
Unterstützt wird sie von den Freiwilligen Feuerwehren. Gemeinsam bekämpfen sie Brände, leisten technische Hilfe und übernehmen einen großen Teil des Rettungsdienstes in der Stadt.
Der Beruf eignet sich für Menschen, die sich für Technik interessieren, körperlich belastbar sind und gerne im Team arbeiten.
Aufgaben der Berliner Feuerwehr
Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung
Bei Bränden bringen die Einsatzkräfte das Feuer mit Löschfahrzeugen und Spezialgerät unter Kontrolle.
Bei Verkehrsunfällen befreit die Feuerwehr eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen oder Trümmern. Auch bei Überschwemmungen oder Sturmschäden rückt sie aus.
Notfallrettung und Rettungsdienst
Ein großer Teil der Einsätze sind medizinische Notfälle. Rettungswagen sind rund um die Uhr besetzt. Die Besatzung versorgt Patienten vor Ort und bringt sie ins Krankenhaus.
Notfallsanitäter arbeiten dabei eng mit Notärzten zusammen. Sie führen lebensrettende Maßnahmen durch und überwachen die Patienten während der Fahrt.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Die Berliner Berufsfeuerwehr stellt Anforderungen an Schulabschluss, Alter, körperliche Fitness und Gesundheit. Außerdem werden Führerschein und Schwimmabzeichen verlangt. Die folgenden Angaben entsprechen der Karriereseite der Berliner Feuerwehr (Stand 2026); maßgeblich sind die jeweils aktuellen Ausschreibungen.
Schulabschluss und Alter
Für den Zugangsweg „112 Direkt“ brauchen Bewerber den mittleren Schulabschluss (MSA) oder das Abitur. Andere Zugangswege setzen je nach Modell die Berufsbildungsreife und eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus. Bei der Einstellung müssen Bewerber mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Körperliche und gesundheitliche Anforderungen
Feuerwehrleute müssen körperlich fit und gesund sein. Der BMI muss zwischen 18 und 27,5 kg/m² liegen.
Die Sehschärfe muss ohne Brille oder Kontaktlinsen auf jedem Auge mindestens 30 % betragen. Eine ärztliche Untersuchung stellt die Feuerwehrdiensttauglichkeit fest (Untersuchung nach G 26.3). Nach § 20 Infektionsschutzgesetz ist außerdem ein Impfschutz gegen Masern nachzuweisen.
Führerschein und Schwimmabzeichen
Bewerber benötigen je nach Zugangsweg einen Führerschein der Klasse B oder C, der teils bis zu einer bestimmten Frist nachgewiesen werden kann. Außerdem ist das Deutsche Schwimmabzeichen in Silber erforderlich.
Das Schwimmabzeichen darf nicht älter als zwei Jahre sein, weil Feuerwehrleute auch bei Wasserrettungen eingesetzt werden.
| Voraussetzung | Details |
|---|---|
| Schulabschluss | 112 Direkt: MSA oder Abitur (andere Zugangswege abweichend) |
| Altersgrenze | mindestens 18 Jahre, 36. Lebensjahr noch nicht vollendet |
| BMI | 18 bis 27,5 kg/m² |
| Sehschärfe | Unkorrigiert mind. 30 % auf jedem Auge |
| Führerschein | Klasse B oder C, je nach Zugangsweg |
| Schwimmabzeichen | Deutsches Schwimmabzeichen in Silber (nicht älter als 2 Jahre) |
| Impfschutz | Masern (§ 20 IfSG) |
Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst
Die Ausbildung zum Brandmeister dauert drei Jahre und läuft bei der Berliner Feuerwehr über den Zugangsweg „112 Direkt“. Die Auszubildenden lernen die Feuerwehrtechnik für alle Einsatzfunktionen.
Die Ausbildung gliedert sich in zwei Phasen:
- 18-monatige handwerklich-technische Grundqualifizierung am OSZ Bautechnik I (Knobelsdorff-Schule)
- Feuerwehrtechnische Grundausbildung an der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst Akademie (BFRA)
Angehende Brandmeister fahren schon während der Ausbildung bei Einsätzen mit, auf Rettungswagen ebenso wie auf Fahrzeugen für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung.
Dabei lernen sie den Umgang mit den Fahrzeugen und Geräten, die sie später im Dienst bedienen.

| Zeitraum | Bezüge |
|---|---|
| Gesamte Ausbildung | Anwärterbezüge 1.557,66 € brutto, ggf. zzgl. Familienzuschlag |
| Ab dem 2. Ausbildungsjahr | Feuerwehrzulage von 76,66 € monatlich |
| Gesamte Ausbildung | Hauptstadtzulage von 50 € brutto monatlich |
Die Beträge stammen aus der Ausschreibung „112 Direkt 15_1/2026“ (Einstellung zum 1. Mai 2027, Stand September 2026). Die jeweils aktuellen Anwärterbezüge nennt die Berliner Feuerwehr in ihren Ausschreibungen.
Nach der Ausbildung arbeiten Brandmeister im Brandschutz, in der technischen Hilfeleistung und im Rettungsdienst.
Ausbildung im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst
Für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst gibt es bei der Berliner Feuerwehr zwei Wege: „112 Bachelor“ und „112 Dual“. Beide verbinden Theorie und Praxis und bereiten auf Führungsaufgaben vor.
112 Dual und 112 Bachelor
Bei „112 Dual“ studieren die Anwärter sieben Semester Brandschutz und Sicherheitstechnik an der Berliner Hochschule für Technik, die Praxisausbildung findet in der vorlesungsfreien Zeit an der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie statt. „112 Bachelor“ richtet sich an Bewerber mit abgeschlossenem Bachelorstudium und umfasst einen Vorbereitungsdienst von bis zu 24 Monaten.
Die inhaltlichen Schwerpunkte:
- Brandschutz und Brandbekämpfung
- Gefahrenabwehr und Krisenmanagement
- Rettungsdienst und Notfallmedizin
- Führung und Management
Praxisphasen und Praktika
In Praxisphasen und Praktika wenden die Anwärter ihr Wissen an verschiedenen Einsatzorten an. Im Weg „112 Bachelor“ gehören laut Berliner Feuerwehr unter anderem dazu:
| Station | Schwerpunkte |
|---|---|
| Feuerwehrgrundausbildung (sechs Monate) | Grundlagen für alle Truppfunktionen |
| Rettungshelferausbildung mit Praktikum auf der Feuerwache | Rettungsdienst |
| Praktika auf Feuerwachen und bei einer anderen Berufsfeuerwehr | Einsatzdienst, Führungsaufgaben |
| Praktikum im Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz | Vorbeugender Brandschutz |
| Führungslehrgänge und Verwaltungslehrgang | Führung, Verwaltung |
Am Ende steht die Laufbahnprüfung. Die Dauer der einzelnen Stationen legt die Berliner Feuerwehr im Ausbildungsplan fest.
Nach dem Abschluss übernehmen die Absolventen Führungsaufgaben im Einsatzdienst, etwa als Zugführer.
Karrieremöglichkeiten bei der Berufsfeuerwehr
Nach der Ausbildung gibt es bei der Berliner Feuerwehr mehrere Aufstiegswege. Voraussetzung sind in der Regel Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen.
Aufstiegschancen und Weiterbildungen
Im mittleren Dienst reicht die Laufbahn vom Brandmeister bis zum Hauptbrandmeister. Lehrgänge an der Feuerwehr-Akademie qualifizieren für höhere Positionen.
Im gehobenen Dienst reicht die Laufbahn vom Brandoberinspektor bis zum Brandoberamtsrat. Weiterbildungen vermitteln Führungs- und Spezialkenntnisse.

Spezialisierungen und Führungspositionen
Spezialisieren können sich Feuerwehrleute unter anderem in diesen Bereichen:
- Höhenrettung
- Wasserrettung
- Gefahrgutabwehr
- Notfallsanitäter im Rettungsdienst
Mit Spezialkenntnissen und Erfahrung sind Leitungsfunktionen möglich, zum Beispiel als Zugführer, Wachabteilungsleiter oder Direktionsleiter.
Für den höheren Dienst ist ein Master-Abschluss nötig. Die Laufbahn reicht dort bis zum Leitenden Branddirektor.
| Position | Laufbahngruppe | Voraussetzungen |
|---|---|---|
| Brandmeister | Mittlerer Dienst | Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst |
| Hauptbrandmeister | Mittlerer Dienst | Weiterbildungen und Berufserfahrung |
| Brandoberinspektor | Gehobener Dienst | Bachelorabschluss und Vorbereitungsdienst („112 Dual“ oder „112 Bachelor“) |
| Brandoberamtsrat | Gehobener Dienst | Weiterbildungen und Berufserfahrung |
| Leitender Branddirektor | Höherer Dienst | Master-Abschluss und umfangreiche Berufserfahrung |
Bewerbungsprozess und Auswahlverfahren
Bewerbungen bei der Berliner Berufsfeuerwehr laufen online. Einzureichen sind Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und weitere Nachweise.
Danach folgt ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Einstellungstest, Sportprüfung, Vorstellungsgespräch und arbeitsmedizinischer Untersuchung.
Je nach Laufbahngruppe kommen weitere Teile hinzu, etwa Gruppenübungen, Praxistests und eine Potenzialanalyse.
Die Sportprüfung testet die körperliche Eignung mit feuerwehrtypischen Übungen, darunter das Besteigen einer Leiter. Im Vorstellungsgespräch geht es um Motivation und Qualifikation.
Für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst kann ein Assessment-Center hinzukommen. In Gruppen- und Einzelübungen werden Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Belastbarkeit geprüft.
Fazit
Mit MSA oder Abitur führt „112 Direkt“ in drei Jahren zum Brandmeister im mittleren Dienst. Für den gehobenen Dienst gibt es das duale Studium „112 Dual“ an der Berliner Hochschule für Technik oder, nach einem abgeschlossenen Bachelor, „112 Bachelor“.
Feuerwehrleute werden verbeamtet und arbeiten im Schichtdienst. Wer sich bewirbt, sollte Sportprüfung, Schwimmabzeichen und die gesundheitlichen Grenzwerte früh im Blick haben.
