Ausbildung zum Schreiner/in in Berlin

Schreiner/innen verarbeiten Holz und stellen daraus Möbel, Türen, Fenster und Innenausbauten her.

Offiziell heißt der Ausbildungsberuf Tischler/in. „Schreiner“ ist die vor allem in Süddeutschland übliche Bezeichnung für denselben Beruf. Ausbildungsvertrag und Gesellenprüfung laufen deshalb auch in Berlin unter der Bezeichnung Tischler/in.

Überblick über die Ausbildung zum Schreiner/in

Auszubildende lernen die Grundlagen der Holzbearbeitung und -verarbeitung. Später fertigen sie Möbel, Türen und Fenster und übernehmen Aufgaben im Innenausbau.

Ausbildungsdauer und Ablauf

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und ist dual: Die praktische Arbeit lernen Auszubildende im Betrieb, das theoretische Wissen in der Berufsschule. Ein Ausbildungsrahmenplan legt fest, welche Inhalte der Betrieb vermitteln muss.

Typische Branchen und Beschäftigungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung arbeiten Schreiner/innen in verschiedenen Branchen. Typische Arbeitgeber sind:

  • Hersteller von Möbeln
  • Produzenten von Holzwaren oder Holzkonstruktionsteilen
  • Tischlerhandwerksbetriebe, wie z.B. Bautischlereien
  • Innenausbauunternehmen
Branche Beispiele für Tätigkeiten
Möbelherstellung Entwurf und Fertigung von Einbaumöbeln, Küchen, Büromöbeln
Holzwarenproduktion Herstellung von Spielwaren, Musikinstrumenten, Sportgeräten aus Holz
Tischlerhandwerk Anfertigung von Fenstern, Türen, Treppen, Wandverkleidungen
Innenausbau Gestaltung und Umsetzung von Laden- und Messebau, Hoteleinrichtungen

Anforderungen an angehende Schreiner/innen

Wer Schreiner/in werden will, sollte sich für Holz interessieren und handwerklich geschickt sein. Technisches Verständnis gehört ebenfalls dazu.

Sorgfalt und Genauigkeit sind unverzichtbar. Räumliches Vorstellungsvermögen hilft bei der Umsetzung von Entwürfen. Körperlich belastbar sollte man auch sein, denn oft sind schwere Materialien zu bewegen.

Außerdem ist Teamfähigkeit gefragt: Schreiner/innen arbeiten eng mit Kollegen und anderen Gewerken zusammen und müssen sich gut abstimmen.

Anforderungen an angehende Schreiner
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Weitere wichtige Eigenschaften sind:

  • Kreativität und Ideenreichtum
  • Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
  • Gute Auge-Hand-Koordination

Ausbildungsinhalte und Rahmenlehrplan

Der Rahmenlehrplan legt fest, welche Kompetenzen in der Berufsschule vermittelt werden. Im Betrieb geht es vor allem um diese Bereiche:

Grundlagen der Schreinerei

Zu Beginn lernen Azubis den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen und die Eigenschaften verschiedener Holzarten. Sie üben grundlegende Techniken wie Sägen, Hobeln und Schleifen.

Möbelbau und Innenausbau

Ein Schwerpunkt ist der Möbelbau. Azubis entwerfen und bauen Möbelstücke, sowohl mit traditionellen Techniken als auch mit CNC-Maschinen.

Im Innenausbau geht es um Einbaumöbel, Wandverkleidungen, Decken und Böden.

Fenster- und Türenbau

Azubis lernen, Fenster und Türen aus verschiedenen Materialien herzustellen. Dabei spielen Wärme- und Schallschutz, Sicherheit und Barrierefreiheit eine Rolle.

Oberflächenbehandlung

Holzoberflächen werden gebeizt, lackiert, gewachst oder geölt. Auch die Reparatur und Restaurierung von Oberflächen gehört zur Ausbildung.

Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen in Berlin

In Berlin bilden viele Tischlereien aus, außerdem Einrichtungen wie die Werkstätten der Berliner Opernstiftung oder Bildungsträger mit sozialpädagogischer Begleitung. Die zuständige Berufsschule ist in Berlin laut Berufskatalog der Senatsverwaltung für Bildung (Schuljahr 2026/2027) die Max-Bill-Schule (OSZ Planen, Bauen, Gestalten) in Weißensee; für Auszubildende mit besonderem Förderbedarf zusätzlich die Annedore-Leber-Oberschule, eine Berufsschule mit sonderpädagogischen Aufgaben. An der Max-Bill-Schule ist der Unterricht in zwölf Lernfelder gegliedert, dazu kommen Wirtschafts- und Sozialkunde.

Schreinerausbildung in Berlin
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Überbetriebliche Ausbildungsstätten

Im Handwerk ergänzen überbetriebliche Lehrgänge (Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, ÜLU) die Ausbildung im Betrieb. Dort üben Azubis spezielle Fertigkeiten, etwa an Maschinen, die nicht jeder Betrieb besitzt. Welche Lehrgänge wann anstehen, erfahren Auszubildende über ihren Betrieb und die Tischler-Innung Berlin.

Berufsschulunterricht und Stützunterricht

An der Max-Bill-Schule findet der Unterricht als Blockunterricht statt: Auf eine Woche Berufsschule folgen drei Wochen im Betrieb, über die drei Jahre verteilt sind es 29 Unterrichtswochen. Für Auszubildende mit Lernschwierigkeiten gibt es Stützunterricht, etwa über ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit.

Ausbildungsort Beschreibung
Ausbildungsbetrieb Praktische Ausbildung unter Anleitung erfahrener Meister
Berufsschule Vermittlung von theoretischem Fachwissen
Überbetriebliche Ausbildungsstätte Ergänzende Lehrgänge zur Vertiefung spezieller Fertigkeiten
Stützunterricht Zusätzliche Unterstützung bei Lernschwierigkeiten oder Rückständen

Perspektiven nach der Ausbildung zum Schreiner

Mit dem Gesellenbrief stehen verschiedene Wege im Holzhandwerk offen.

Eine Möglichkeit ist die Weiterbildung zum Tischlermeister. Meister übernehmen mehr Verantwortung, führen Teams und können sich selbstständig machen.

Auch ohne Meistertitel gibt es Einsatzgebiete in Industrie, Handwerk und Handel, etwa in der Möbelherstellung, im Innenausbau und im Fensterbau.

Mit Fachhochschulreife oder nach Meisterprüfung ist auch ein Studium möglich, etwa in Holztechnik oder Innenarchitektur. Eine weitere Fortbildung ist der staatlich geprüfte Techniker/in der Fachrichtung Holztechnik.

Quellenverweise