Ausbildung zum Dachdecker/in in Berlin

In Berlin wird ständig saniert und neu gebaut, auch auf den Dächern: Altbauten bekommen neue Dämmung, Flachdächer werden abgedichtet oder begrünt, Solaranlagen kommen hinzu. Als angehender Dachdecker arbeiten Sie an ganz unterschiedlichen Projekten.

Die Ausbildung zum Dachdecker ist eine dreijährige Handwerksausbildung in Betrieb und Berufsschule und endet mit der Gesellenprüfung.

Berufsbild und Tätigkeiten eines Dachdeckers

Dachdecker sind Fachleute für Dächer und Fassaden. Sie schützen Gebäude vor Witterung, dämmen und dichten ab. Ihre Arbeit umfasst deutlich mehr als das Verlegen von Dachziegeln.

Versehen von Gebäudedächern mit Deckmaterialien

Dachdecker decken Dächer mit Ziegeln, Schindeln oder Metallplatten. Sie verlegen und befestigen das Material präzise, damit das Dach dicht bleibt und lange hält.

Verkleiden von Außenwänden und Abdichten von Flächen

Auch Außenwände verkleiden und dichten Dachdecker ab. Dafür nutzen sie spezielle Materialien zur Dämmung und zum Feuchtigkeitsschutz.

Montage von Dachfenstern, Dachrinnen und Blitzschutzanlagen

Dachdecker montieren außerdem Dachfenster, Dachrinnen und Blitzschutzanlagen.

Einbau von Solaranlagen

Immer häufiger bauen Dachdecker Solaranlagen ein. Sie montieren die Module und Befestigungen und binden sie dicht in die Dachhaut ein.

Voraussetzungen und Anforderungen für die Ausbildung

Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor. Wichtiger sind körperliche und persönliche Voraussetzungen.

Gute körperliche Konstitution

Dachdecker tragen oft schweres Material und arbeiten in der Höhe. Bewerberinnen und Bewerber sollten deshalb fit sein und körperliche Anstrengung nicht scheuen.

Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen

Angehende Dachdecker brauchen handwerkliches Geschick und arbeiten präzise und sorgfältig. Räumliches Vorstellungsvermögen hilft, komplizierte Dachkonstruktionen zu verstehen.

Anforderungen für die Dachdeckerausbildung
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

Wer auf Dächern arbeitet, muss schwindelfrei und trittsicher sein und sich auch in großer Höhe sicher bewegen können. Höhenangst schließt den Beruf praktisch aus.

Freude am Arbeiten im Freien und Teamfähigkeit

Dachdecker arbeiten überwiegend im Freien. Teamfähigkeit ist wichtig, weil viele Aufgaben gemeinsam erledigt werden.

Dazu kommen Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt und gute Deutschkenntnisse.

Ablauf und Inhalte der Ausbildung zum Dachdecker

Die Ausbildung findet an drei Lernorten statt: im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen, die in Berlin im Bildungszentrum der Dachdecker-Innung stattfinden. Gewählt wird eine von zwei Fachrichtungen: Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik oder Reetdachtechnik. Reetdächer spielen vor allem in Norddeutschland eine Rolle.

In der Berufsschule stehen Grundlagen wie Mathematik und Werkstoffkunde auf dem Plan. Azubis lernen die Materialien und Techniken des Dachdeckerhandwerks kennen, dazu Bauphysik, Arbeitssicherheit und das Lesen von Bauzeichnungen.

Im Betrieb setzen Azubis die oben beschriebenen Tätigkeiten Schritt für Schritt um: zuerst Decken, Verkleiden und Abdichten, später die Montage von Dachfenstern, Dachrinnen, Blitzschutz- und Solaranlagen. Die drei Ausbildungsjahre bauen aufeinander auf.

Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung

Spezialisierung in verschiedenen Bereichen des Dachdeckerhandwerks

Ausgebildete Dachdecker können sich auf einzelne Fachgebiete spezialisieren und dort vertieftes Wissen aufbauen, zum Beispiel:

  • Flachdachabdichtung
  • Dachbegrünung
  • Fassadenbau
  • Restaurierung historischer Dächer
  • Energieeffiziente Dachsysteme
Weiterbildungsmöglichkeiten für Dachdecker
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Aufstiegsmöglichkeiten zum Vorarbeiter, Meister oder Betriebsleiter

Mit Berufserfahrung und Weiterbildung sind folgende Positionen erreichbar:

  1. Vorarbeiter: Leitung und Koordination von Baustellen und Teams
  2. Meister: Verantwortung für die fachgerechte Ausführung von Projekten und Ausbildung von Lehrlingen
  3. Betriebsleiter: Führung eines Dachdeckerbetriebs, Akquise von Aufträgen und Personalmanagement

Selbstständigkeit als Dachdeckermeister mit eigenem Betrieb

Das Dachdeckerhandwerk ist zulassungspflichtig. Der übliche Weg in die Selbstständigkeit ist deshalb die Meisterprüfung, danach können Dachdecker einen eigenen Betrieb gründen.

Weitere Möglichkeiten sind Fortbildungen zum Energieberater oder Restaurator, die neue Tätigkeitsfelder erschließen.

Fazit

In der dreijährigen Dachdeckerausbildung in Berlin lernen Auszubildende Decken, Abdichten, Dämmen und Verkleiden und arbeiten auf wechselnden Baustellen. Voraussetzungen sind körperliche Fitness, handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit und Teamfähigkeit. Nach der Gesellenprüfung führen Spezialisierungen und die Meisterprüfung weiter. Bewerbungen gehen in der Regel direkt an Berliner Dachdeckerbetriebe.

Quellenverweise