Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit in Berlin

Fachkräfte für Schutz und Sicherheit schützen Menschen, Gebäude und Werte. Sie arbeiten für Sicherheitsdienste, Unternehmen, Behörden und Verkehrsbetriebe. In Berlin wird dieser Beruf dual ausgebildet.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und vermittelt neben Sicherheitswissen auch kaufmännische Kenntnisse, etwa zur Kalkulation von Sicherheitsleistungen.

Berufsbild und Aufgaben einer Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Eine Sicherheitskraft sorgt für öffentliche, betriebliche und private Sicherheit. Das Berufsbild umfasst mehrere Aufgaben:

Unterstützung der öffentlichen, betrieblichen und privaten Sicherheit

Sicherheitsfachkräfte unterstützen die öffentliche Ordnung. Sie beraten bei Sicherheitskonzepten und helfen bei der Umsetzung. Ihre Präsenz stärkt das Sicherheitsgefühl und hilft, Gefahren früh zu erkennen.

Schutz von Personen, Sach- und immateriellen Werten

Eine Sicherheitskraft schützt Menschen, Sachwerte und immaterielle Güter wie Daten. Mit Kontrollen und Überwachung verhindert sie, dass Unbefugte in geschützte Bereiche gelangen oder Daten entwenden.

Prävention und Gefahrenabwehr

Fachkräfte für Schutz und Sicherheit erkennen Gefahren früh, entschärfen Konflikte und leisten Erste Hilfe. Im Notfall müssen sie schnell entscheiden, wie Personen und Werte zu schützen sind.

Einsatzbereiche und Branchen

Arbeitgeber sind private Sicherheitsdienste, öffentliche Einrichtungen, Industrieunternehmen und Verkehrsbetriebe.

Wach- und Sicherheitsunternehmen
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Wach- und Sicherheitsunternehmen

Wach- und Sicherheitsunternehmen sind ein Hauptarbeitsfeld. Sie schützen im Kundenauftrag Gebäude, Anlagen und Veranstaltungen. Die Fachkräfte planen und organisieren die Sicherheitsmaßnahmen im Team.

Zu ihren Aufgaben gehören Zugangskontrollen, Kontrollgänge und das Eingreifen im Notfall.

Großbetriebe mit eigenen Wach- und Sicherheitseinrichtungen

Viele Großbetriebe beschäftigen eigene Sicherheitsfachkräfte, etwa Industrieunternehmen, Krankenhäuser, Flughäfen und Einkaufszentren. Sie schützen Beschäftigte, Besucher und Unternehmenswerte.

Sie kontrollieren Zugänge, überwachen Sicherheitssysteme und führen Sicherheitsschulungen durch.

Weitere Einsatzfelder bietet der öffentliche Dienst, denn auch Behörden und Ämter brauchen Sicherheitsfachkräfte. In der Verkehrswirtschaft arbeiten sie bei Bahnunternehmen oder im Nahverkehr.

Dort sorgen sie für die Sicherheit von Beschäftigten und Fahrgästen und reagieren auf Gefahrensituationen.

Einsatzbereich Typische Aufgaben
Wach- und Sicherheitsunternehmen Objektschutz, Veranstaltungssicherheit, Interventionsdienste
Großbetriebe mit eigenen Wach- und Sicherheitseinrichtungen Werkschutz, Zugangskontrollen, Sicherheitsschulungen
Öffentlicher Dienst Behördenschutz, Sicherheit in Ämtern und Einrichtungen
Verkehrswirtschaft Sicherheit in Bahnhöfen und Zügen, Kontrollen im ÖPNV

Berufliche Qualifikationen und Fähigkeiten

Für ihre Aufgaben brauchen Fachkräfte für Schutz und Sicherheit folgende Qualifikationen und Fähigkeiten:

Planung und Durchführung von Sicherungsmaßnahmen

Fachkräfte planen Sicherungsmaßnahmen und setzen sie um. Dabei berücksichtigen sie die besonderen Anforderungen des jeweiligen Objekts. Sie lernen, Sicherheitskonzepte zu erstellen.

Beurteilung von Gefährdungspotenzialen und Risikoanalyse

In Risikoanalysen erkennen die Fachkräfte Schwachstellen und bewerten Gefahren. Daraus leiten sie vorbeugende Maßnahmen ab.

Überwachung der Einhaltung von Schutz- und Sicherheitsvorschriften

Eine Hauptaufgabe ist die Überwachung von Vorschriften. Die Fachkräfte kontrollieren, ob Regeln zu Arbeitsschutz, Brandschutz und Datenschutz eingehalten werden, und weisen Beschäftigte auf Sicherheitsthemen hin.

Situationsbezogenes Handeln bei Schadensereignissen

Bei Schadensfällen reagieren Fachkräfte schnell und angemessen. Sie erkennen Gefahren und leiten Gegenmaßnahmen ein. Vorrang hat dabei immer der Schutz von Menschen.

Ausbildungsschwerpunkte und Inhalte

Die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit umfasst mehrere Schwerpunkte, von Rechtsfragen bis zur Sicherheitstechnik.

Rechtsgrundlagen und Leistungen für Sicherheitsdienste

Ein Kernbereich sind die Rechtsgrundlagen des Sicherheitsgewerbes. Dazu gehören Gewerberecht, Strafrecht und Gesetze zum Schutz von Personen und Objekten.

Die Auszubildenden lernen, welche Befugnisse sie haben und wo deren Grenzen liegen.

Kommunikation und Kooperation

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kommunikation. Die Auszubildenden üben, in angespannten Situationen ruhig und deeskalierend zu sprechen.

Sie lernen, mit Kunden, Kollegen und Behörden zusammenzuarbeiten und Konflikte zu lösen. Rollenspiele bereiten auf schwierige Gesprächspartner und Stresssituationen vor.

Schutz und Sicherheit

Hier geht es um Gefährdungspotenziale, Prävention und Gefahrenabwehr sowie den Schutz von Personen, Objekten und Veranstaltungen.

Dazu gehören auch Brandschutz, Erste Hilfe und das richtige Verhalten im Notfall.

Sicherheitstechnik

Die Auszubildenden lernen, Überwachungskameras, Zugangskontrollen und Alarmanlagen einzusetzen.

Außerdem üben sie den Umgang mit Leitstellen- und Kommunikationstechnik und werten Daten und Protokolle aus.

Ermittlung, Aufklärung und Dokumentation

Die Auszubildenden lernen, sicherheitsrelevante Vorfälle aufzuklären. Sie sichern Spuren, halten Aussagen fest, schreiben Berichte und übergeben Fälle an Polizei und Ermittlungsbehörden.

Voraussetzungen und Anforderungen für die Ausbildung zur Sicherheitskraft

Voraussetzungen für die Ausbildung zur Sicherheitskraft
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Schulabschluss und Mindestalter

Meist wird mindestens ein Hauptschulabschluss erwartet. Viele Betriebe setzen außerdem ein Mindestalter von 18 Jahren voraus.

Polizeiliches Führungszeugnis

Ein einwandfreies Führungszeugnis ist in der Sicherheitsbranche unverzichtbar. Wer im Bewachungsgewerbe arbeitet, muss zuverlässig sein; Vorstrafen können den Einsatz ausschließen.

Körperliche und mentale Eignung

Der Beruf verlangt körperliche und psychische Belastbarkeit. Sicherheitskräfte müssen aufmerksam bleiben, auch unter Stress. Eine gute Fitness hilft bei langen Schichten und in Situationen, die schnelles Handeln erfordern.

Sprachkenntnisse und persönliche Eigenschaften

Gute Deutschkenntnisse sind wichtig. Fremdsprachen helfen, etwa an Flughäfen oder bei internationalen Veranstaltungen. Außerdem gefragt sind:

  • Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke
  • Konfliktfähigkeit und Durchsetzungsvermögen
  • Gepflegtes Erscheinungsbild und sicheres Auftreten

Ausbildungsdauer und Vergütung

Die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit dauert drei Jahre. Sie verbindet die Praxis im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule. Wer sich eher für eine Laufbahn in der Verwaltung interessiert, findet bei der Ausbildung zur Finanzwirtin oder zum Finanzwirt in Berlin eine Alternative.

Vergütung während der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung ist tariflich geregelt und steigt mit jedem Lehrjahr. In Berlin und Brandenburg gilt der gemeinsame Entgelttarifvertrag für das Wach- und Sicherheitsgewerbe, laut Übersicht des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Stand 1. Januar 2026:

Ausbildungsjahr Ausbildungsvergütung (brutto im Monat)
1. Jahr 1.000 €
2. Jahr 1.130 €
3. Jahr 1.320 €

Der Tarifvertrag läuft bis mindestens Ende 2027. Betriebe außerhalb der Tarifbindung können abweichen; die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung dürfen sie nicht unterschreiten.

Übernahmechancen nach der Ausbildung

Viele Ausbildungsbetriebe übernehmen ihre Auszubildenden nach dem Abschluss, und auch andere Arbeitgeber suchen ausgebildete Sicherheitsfachkräfte.

Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten

Mit Erfahrung sind leitende Positionen möglich, etwa die Leitung eines Sicherheitsteams, oder eine Spezialisierung, zum Beispiel auf Personenschutz, Veranstaltungssicherheit oder Sicherheitstechnik.

Die IHK-Fortbildung zum Geprüften Meister bzw. zur Geprüften Meisterin für Schutz und Sicherheit bereitet auf Führungsaufgaben vor. Wer studieren möchte, findet Studiengänge im Sicherheitsmanagement.

Quellenverweise