Ausbildung zum Zahntechniker/in in Berlin

Zahntechniker stellen Zahnersatz wie Kronen, Brücken und Prothesen her. Wer in Berlin eine Ausbildung zum Zahntechniker macht, arbeitet mit Handwerkszeug ebenso wie mit digitalen Fertigungsverfahren und braucht dafür Geschick, Genauigkeit und gestalterisches Gespür.

Die Arbeit hat einen direkten Bezug zu den Patienten: Jedes Werkstück wird nach Abdruck oder Scan für einen bestimmten Menschen angefertigt, in Abstimmung mit der Zahnarztpraxis. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet im Dentallabor und in der Berufsschule statt.

Der Beruf des Zahntechnikers: Aufgaben und Arbeitsfelder

Das Berufsbild hat sich durch die Digitalisierung stark verändert. Viele Arbeitsschritte, die früher reine Handarbeit waren, laufen heute zumindest teilweise am Computer, etwa das Konstruieren einer Krone mit CAD/CAM-Software oder die Herstellung von Schienen im 3D-Drucker.

Zu den Tätigkeitsfeldern gehören:

  • Die Anfertigung von kieferorthopädischen Apparaturen
  • Die Herstellung von Aufbissschienen, etwa bei Kiefergelenksbeschwerden
  • Die Anfertigung von implantatgetragenem Zahnersatz (die Implantate selbst werden industriell hergestellt)
  • Die Herstellung von ästhetischem Zahnersatz wie Veneers oder Kronen

Je nach Labor können Sie sich auf einzelne Bereiche konzentrieren. Gearbeitet wird mit Keramiken, Metalllegierungen, Kompositen und Kunststoffen. Ziel ist Zahnersatz, der funktioniert und natürlich aussieht.

Anforderungen an Bewerber/innen

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Labore stellen aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein. Mindestens ebenso wichtig sind persönliche Eigenschaften.

Geduld und Genauigkeit

Zahnersatz muss auf Bruchteile eines Millimeters passen. Manche Arbeitsschritte, etwa das Schichten von Keramik, brauchen viel Zeit und eine ruhige Hand. Bewerber sollten auch mit Fehlversuchen umgehen können.

Gutes Formgefühl

Anforderungen an Bewerber für die Ausbildung zum Zahntechniker
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Angehende Zahntechniker müssen Formen erkennen und nachbilden können, denn ein Zahn wird so modelliert, dass er zu den Nachbarzähnen und zum Biss passt. Räumliches Denken und ein Blick für Farbe gehören zum Arbeitsalltag. Erfahrungen im künstlerischen oder handwerklichen Bereich sind oft von Vorteil.

Interesse an Technik

CAD/CAM, Scanner, Fräsmaschinen und 3D-Druck gehören in vielen Laboren zum Alltag. Bewerber sollten deshalb Interesse an Technik mitbringen. Den Umgang mit den digitalen Werkzeugen lernen sie während der Ausbildung.

Beispiel: Ausbildung bei der Zahntechnik Berlin Ehlert GmbH

Ein Beispiel für einen Berliner Ausbildungsbetrieb ist die Zahntechnik Berlin Ehlert GmbH. Nach eigener Darstellung begleiten dort Zahntechnikermeister die Auszubildenden während der gesamten Ausbildung, und jeder Azubi hat einen festen Ansprechpartner für Fragen und Probleme. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern erhalten die Auszubildenden Einblicke in verschiedene Bereiche der Zahntechnik. Der Betrieb gibt außerdem an, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit flexiblen Arbeitszeitmodellen zu unterstützen.

Die Auszubildenden lernen verschiedene Techniken und Produkte kennen, manuell wie digital. Die Tabelle zeigt die Bereiche im Überblick:

Bereich Techniken und Produkte
Kronen- und Brückenprothetik Keramikverblendungen, Vollkeramik, CAD/CAM-Fertigung
Modellguss Herstellung von Modellgussprothesen, Kombinationsarbeiten
Kieferorthopädie Herstellung von Apparaturen, Schienen und Retainern
Implantatprothetik Herstellung von implantatgetragenen Versorgungen, Stegkonstruktionen

Ablauf der Ausbildung und Bewerbung

Für eine Zahntechniker-Ausbildung in Berlin schicken Sie Anschreiben, Lebenslauf und die letzten zwei Schulzeugnisse an die Dentallabore. Viele Labore vergeben ihre Plätze rund ein Jahr im Voraus, eine frühe Bewerbung erhöht daher die Chancen. Die Ausbildung beginnt meist im August oder September.

Die Ausbildung verbindet praktische und theoretische Teile:

  • Praktische Ausbildung im Betrieb
  • Theoretischer Unterricht in der Berufsschule
  • Überbetriebliche Lehrgänge zur Vertiefung spezieller Fertigkeiten
  • Prüfungsvorbereitung und Gesellenprüfung

Zukunftsperspektiven für Zahntechniker

Zukunftsperspektiven für Zahntechniker
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

CAD/CAM-Systeme und 3D-Druck machen die Herstellung von Restaurationen schneller. Die manuelle Fertigung bleibt trotzdem wichtig, etwa beim farblichen Anpassen und Verblenden sichtbarer Zähne. Wer beide Wege beherrscht, ist in den Laboren gefragt.

Nach der Ausbildung arbeiten Zahntechniker in gewerblichen Dentallaboren, in Praxislaboren von Zahnarztpraxen oder in der Dentalindustrie. Mit der Meisterprüfung können sie ein eigenes Labor führen und selbst ausbilden.

Fazit

Die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Zahntechniker in Berlin verbindet Handarbeit mit digitalen Verfahren. Wer genau arbeitet, gestalterisches Gespür hat und sich für Technik interessiert, findet hier einen passenden Beruf, dessen Ergebnis für jeden einzelnen Patienten sichtbar ist.

Quellenverweise