Maurerinnen und Maurer errichten Wände, Fundamente und ganze Gebäude aus Ziegeln, Beton und Naturstein. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Berufsschule für angehende Maurer ist in Berlin die Knobelsdorff-Schule.
Gelernt wird im Ausbildungsbetrieb auf der Baustelle, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Ausbildungszentren der Bauwirtschaft. Bei Ausbildungsstellen im Landesdienst richtet sich die Vergütung nach dem TVA-L BBiG.
Voraussetzungen für die Maurerausbildung
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten die Berufsbildungsreife, also den Hauptschulabschluss. Daneben zählen persönliche Eigenschaften.
Interesse am Handwerk und Zuverlässigkeit als wichtige Eigenschaften
Angehende Maurer sollten gern mit den Händen arbeiten. Der Beruf verlangt körperliche Fitness, denn ein Großteil der Arbeit findet draußen und auf den Beinen statt.
Maurer arbeiten fast immer im Team und müssen sich aufeinander verlassen können. Pünktlichkeit, Einsatzbereitschaft und Sorgfalt gehören deshalb dazu.
Informationen zur Ausbildung zum Maurer/in in Berlin gibt es bei der Handwerkskammer. Auch die Berufsberatung der Arbeitsagenturen hilft weiter.
Tätigkeiten in der Maurerausbildung
Vorbereitung der Baustelle und Materialbeschaffung
Jedes Bauprojekt beginnt mit der Vorbereitung der Baustelle: Gelände absichern, Container aufstellen, Werkzeuge und Maschinen bereitstellen. Auch die Beschaffung des Materials gehört dazu.
Herstellung von Mauerwerk mit verschiedenen Steinsorten und Mörteln
Den Kern der Ausbildung bildet das Mauern selbst. Sie arbeiten mit verschiedenen Steinen und dem jeweils passenden Mörtel und lernen, maßgenau zu arbeiten.

Isolierung, Veredelung und Verkleidung des Mauerwerks
Zur Ausbildung gehört auch, Wände zu dämmen und zu verkleiden. Sie bringen Dämmung und Putz an. Diese Arbeiten verlangen Sorgfalt, weil Fehler später Feuchte- oder Wärmeschäden verursachen können.
Restaurierungsarbeiten an älteren Gebäuden
An älteren Gebäuden lernen Sie, altes Mauerwerk behutsam zu erneuern. Dabei kommen traditionelle Bautechniken und Materialien zum Einsatz.
Duale Ausbildungsstruktur mit Theorie und Praxis
Die Ausbildung zum Maurer in Berlin verbindet Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge. Wie Berufsschul- und Betriebszeiten verteilt sind, legen Schule und Betrieb fest.
Berufsschulunterricht
In der Berufsschule stehen Baukonstruktion, Baustoffkunde und technisches Zeichnen auf dem Lehrplan. Dieses Wissen brauchen Sie, um Pläne zu lesen und Aufgaben fachgerecht auszuführen.
Praktische Ausbildung im Betrieb und im Ausbildungszentrum
Im Betrieb arbeiten die Auszubildenden auf der Baustelle mit. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen leiten sie an. In überbetrieblichen Lehrgängen üben sie Arbeiten, die im Betriebsalltag nicht immer vorkommen.
Sie lernen, Mauern zu errichten und Beton zu verarbeiten. Mit der Zeit übernehmen sie mehr Verantwortung und auch größere Aufgaben.
Die Maurerausbildung ist als Stufenausbildung der Bauwirtschaft aufgebaut: Nach zwei Jahren kann ein Abschluss als Hochbaufacharbeiter erworben werden, nach drei Jahren folgt der Abschluss als Maurer.
Ausbildungsvergütung nach Tarifvertrag
Bei Ausbildungsstellen im Landesdienst regelt der Tarifvertrag für Auszubildende der Länder (TVA-L) die Ausbildungsvergütung für angehende Maurer/innen in Berlin. Die Vergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr.
Nach dem TVA-L BBiG kommt zur monatlichen Vergütung eine jährliche Sonderzahlung hinzu.
In Baubetrieben gilt dagegen der allgemeinverbindliche Tarifvertrag des Bauhauptgewerbes. Die Beträge laut Handwerkskammer Berlin (Stand ab 1. April 2026) im Vergleich mit dem TVA-L BBiG (Stand ab 1. April 2026):
| Ausbildungsjahr | Baubetrieb (Tarifvertrag Bau) | Landesdienst (TVA-L BBiG) |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 1.122 Euro | 1.296,82 Euro |
| 2. Jahr | 1.351 Euro | 1.350,96 Euro |
| 3. Jahr | 1.610 Euro | 1.400,61 Euro |
Je nach Arbeitgeber kommen weitere Leistungen hinzu, etwa vermögenswirksame Leistungen oder Fahrtkostenzuschüsse. Nach bestandener Prüfung kann es zusätzlich eine Abschlussprämie geben.
Maurer als gefragter Beruf mit Zukunftsperspektiven
Maurer werden im Bau dauerhaft gebraucht, im Neubau ebenso wie bei der Sanierung.
Einsatzmöglichkeiten im Hoch- und Tiefbau sowie in der Gebäudesanierung
Im Hochbau errichten Sie Wohn- und Geschäftshäuser, öffentliche Gebäude oder Industrieanlagen. Sie arbeiten mit Ziegeln, Natursteinen oder Betonfertigteilen.
Im Tiefbau geht es etwa um Fundamente, Keller und gemauerte Schächte. Ein weiterer Bereich ist die Gebäudesanierung: Hier erhalten und modernisieren Sie vorhandene, oft historische Bausubstanz.

Gute Übernahmechancen nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss
Wegen des Fachkräftemangels übernehmen viele Betriebe ihre Auszubildenden nach der Prüfung.
Mit Berufserfahrung können Sie Vorarbeiter, Polier oder Maurermeister werden oder sich zum staatlich geprüften Bautechniker weiterbilden.
| Einsatzbereich | Tätigkeiten | Zukunftsperspektiven |
|---|---|---|
| Hochbau | Errichtung von Gebäuden aller Art | Gute Aussichten durch anhaltende Bautätigkeit |
| Tiefbau | Bau von Fundamenten, Kellern, Schächten | Stetige Nachfrage durch Infrastrukturprojekte |
| Gebäudesanierung | Erhaltung und Modernisierung von Bestandsbauten | Wachsender Bereich, in dem spezialisierte Fachkräfte gesucht werden |
Fazit
Für die Ausbildung zum Maurer in Berlin erwarten Betriebe meist die Berufsbildungsreife. Die drei Jahre verteilen sich auf Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge.
Auszubildende lernen alles von der Baustellenvorbereitung über das Mauern bis zu Dämm-, Putz- und Restaurierungsarbeiten. Die tarifliche Vergütung und die guten Übernahmechancen sprechen für den Beruf.
Wer Freude am Handwerk mitbringt, findet im Hochbau, Tiefbau und in der Sanierung eine breite Auswahl an Arbeitsfeldern.
