Ausbildung zum Fachinformatiker/in in Berlin

Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker entwickeln Software, richten IT-Systeme ein und halten sie am Laufen. In Berlin bilden IT-Unternehmen, Behörden und Betriebe mit eigener IT-Abteilung in diesem Beruf aus.

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit einer Prüfung vor der IHK. Es gibt vier Fachrichtungen, die bekanntesten sind Anwendungsentwicklung und Systemintegration. In der Anwendungsentwicklung programmieren Sie Software, in der Systemintegration richten Sie Hardware und Netzwerke ein und verwalten sie.

Berufsbild und Tätigkeitsfelder des Fachinformatikers

Fachinformatiker arbeiten in fast allen Branchen, bei IT-Dienstleistern ebenso wie in Verwaltungen, Verkehrsunternehmen oder Krankenhäusern.

Aufgaben in der Anwendungsentwicklung

Anwendungsentwickler programmieren Software nach den Anforderungen ihrer Kunden. Sie klären, was eine Anwendung leisten soll, und setzen sie so um, dass sie funktioniert und gut bedienbar ist.

Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Entwicklung von Datenbanken und Benutzeroberflächen
  • Programmierung in verschiedenen Sprachen wie Java, C# oder Python
  • Testen und Optimieren von Anwendungen
  • Erstellung von Dokumentationen und Schulung der Anwender

Verantwortlichkeiten in der Systemintegration

Systemintegratoren planen, konfigurieren und verwalten IT-Systeme. Sie sorgen dafür, dass Hard- und Software zusammenpassen und den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.

Zu ihren Verantwortlichkeiten zählen:

  • Konzeption und Implementierung von Netzwerken und Serversystemen
  • Installation und Konfiguration von Betriebssystemen und Anwendungen
  • Überwachung und Optimierung der Systemperformance
  • Gewährleistung von Datensicherheit und Datenschutz

Bei Störungen sind Systemintegratoren oft die erste Anlaufstelle für die Beschäftigten.

Die neueren Fachrichtungen

Seit der Neuordnung der IT-Berufe 2020 gibt es zusätzlich die Fachrichtungen Daten- und Prozessanalyse und digitale Vernetzung. In der Daten- und Prozessanalyse analysieren und digitalisieren Auszubildende Geschäftsprozesse, in der digitalen Vernetzung geht es um den Aufbau und Betrieb vernetzter Systeme.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Fachinformatiker/in

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe verlangen aber meist einen guten mittleren Schulabschluss oder das Abitur. Wichtig sind außerdem Interesse an Informatik, logisches Denken und Freude am Lösen von Problemen.

Voraussetzungen Fachinformatiker Ausbildung
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Grundkenntnisse in Programmierung und Netzwerken helfen, sind aber keine Pflicht. Sie werden in der Ausbildung vermittelt.

Weil Fachinformatiker oft in Projekten und mit Kunden arbeiten, sind auch Teamfähigkeit und die Fähigkeit gefragt, technische Sachverhalte verständlich zu erklären.

Ausbildungsinhalte und Ablauf der Lehre

Die Ausbildung zum Fachinformatiker/in in Berlin verbindet theoretische Grundlagen in der Berufsschule mit praktischer Arbeit im Betrieb. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet etwa zur Mitte der Ausbildung statt, Teil 2 mit einem betrieblichen Projekt am Ende.

Theoretische Ausbildung in der Berufsschule

In der Berufsschule lernen die Auszubildenden die Grundlagen der Informatik. Auf dem Lehrplan stehen:

  • Programmierung und Softwareentwicklung
  • Datenbanken und Informationssysteme
  • Netzwerktechnik und IT-Sicherheit
  • Betriebssysteme und Systemadministration
  • Projektmanagement und Kundenbetreuung

Praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb

Im Betrieb arbeiten angehende Fachinformatiker/innen an echten Projekten mit. Sie lernen dort, wie man:

  1. Software-Lösungen entwickelt und implementiert
  2. IT-Systeme plant, konfiguriert und wartet
  3. Benutzer schult und Support leistet
  4. In Teams zusammenarbeitet und Projekte koordiniert

Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung arbeiten Fachinformatiker als Entwickler, Administratoren oder im IT-Support. Das Fachwissen aus der Ausbildung ist zugleich die Grundlage für Weiterbildungen.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachinformatiker
Illustration: mit KI erstellt

Fortbildungen und Spezialisierungen

Weil sich die IT schnell verändert, müssen Fachinformatiker ihr Wissen regelmäßig auffrischen.

Beispiele für Fortbildungen sind:

  • Zertifizierungen von Herstellern wie Microsoft, Cisco oder Oracle
  • Weiterbildung zum IT-Sicherheitsexperten
  • Spezialisierung auf bestimmte Programmiersprachen oder Frameworks
  • Vertiefung von Kenntnissen in Bereichen wie Cloud Computing, Big Data oder KI

Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen

Mit Berufserfahrung und Weiterqualifizierung sind verschiedene Karrierewege möglich:

Position Verantwortlichkeiten
IT-Projektleiter Planung, Steuerung und Überwachung von IT-Projekten
IT-Abteilungsleiter Führung und Organisation der IT-Abteilung
IT-Berater Beratung von Kunden bei der Optimierung ihrer IT-Systeme
IT-Architekt Entwicklung und Umsetzung von IT-Strategien und -Architekturen

Fachinformatiker Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen in Berlin

In Berlin bilden große Unternehmen ebenso aus wie kleine und mittelständische IT-Dienstleister, Behörden und Betriebe anderer Branchen mit eigener IT-Abteilung. Aktuelle Ausbildungsplätze finden Sie in den Stellenbörsen und bei der IHK Berlin.

Den theoretischen Teil übernimmt in Berlin das Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik (OSZ IMT) in Neukölln. Dort werden Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker in allen vier Fachrichtungen unterrichtet: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung. Der Unterricht findet in Blöcken statt, in der Regel zwei Wochen Betrieb und eine Woche Berufsschule.

Fazit

Die Ausbildung zum Fachinformatiker in Berlin dauert drei Jahre. Je nach Fachrichtung entwickeln Sie Software, betreuen Netzwerke und Server oder analysieren Geschäftsprozesse. Gelernt wird am OSZ IMT und im Betrieb an echten Projekten.

Die meisten Betriebe erwarten einen guten mittleren Schulabschluss oder Abitur und Interesse an Informatik. Nach der Ausbildung bieten Zertifizierungen, Spezialisierungen und Führungsaufgaben Wege zur Weiterentwicklung.

Wer sich mehr für die Verbindung von Mechanik und Elektronik interessiert, findet eine Alternative in der Ausbildung zum Mechatroniker in Berlin.

Quellenverweise