Immobilienkaufleute verwalten, vermieten und verkaufen Immobilien. In Berlin bilden Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Makler und Banken in diesem Beruf aus. Die Ausbildung passt zu Menschen, die sich für den Immobilienmarkt interessieren und gern mit Kunden arbeiten.
Berufsbild und Tätigkeitsfelder eines Immobilienkaufmanns/-frau
Immobilienkaufleute arbeiten in mehreren Tätigkeitsfeldern der Immobilienbranche. Ein wichtiger Bereich ist die Immobilienverwaltung.
Dort betreuen sie Gebäude und Wohnungen und sorgen dafür, dass diese instand gehalten werden.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten in der Immobilienverwaltung
Typische Aufgaben in der Immobilienverwaltung:
- Erstellung und Verwaltung von Mietverträgen
- Durchführung von Nebenkostenabrechnungen
- Organisation von Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen
- Kommunikation mit Mietern und Eigentümern
- Überwachung der Zahlungseingänge und Mahnwesen
Vermietung und Verkauf von Immobilien
Immobilienkaufleute vermarkten Wohnungen, Häuser und Gewerbeimmobilien. Dabei beraten sie Interessenten bei der Auswahl.
- Erstellung von Exposés und Inseraten
- Durchführung von Besichtigungsterminen
- Verhandlung von Miet- und Kaufverträgen
- Beratung zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
- Abwicklung des Verkaufsprozesses bis zur Übergabe der Immobilie
Dafür müssen sie den lokalen Markt kennen und herausfinden, was Kunden wirklich suchen.
Voraussetzungen für die Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau
Schulabschluss
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Berufsbildungsgesetz nicht vor. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife ein, mit gutem mittlerem Schulabschluss sind die Chancen geringer. Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft sind hilfreich.

Persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten
Wichtig für den Beruf sind vor allem:
- Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick
- Organisationstalent und Sorgfalt
- Kundenorientierung und Servicebereitschaft
- Selbstständigkeit und Eigeninitiative
- Teamfähigkeit und Flexibilität
Ausbildungsinhalte und Verlauf der Ausbildung
Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau dauert drei Jahre, auf Antrag ist eine Verkürzung möglich. Sie vermittelt Wissen über die gesamte Immobilienwirtschaft:
- Grundlagen der Immobilienwirtschaft
- Immobilienrecht und Mietrecht
- Immobilienfinanzierung und Investitionen
- Immobilienbewertung und Marktanalyse
- Immobilienmarketing und Vertrieb
- Immobilienverwaltung und Objektmanagement
- Kaufmännische Grundlagen und Buchhaltung
Die Ausbildung verbindet Berufsschule und Betrieb. Im Betrieb durchlaufen Auszubildende mehrere Abteilungen. In Berlin besuchen angehende Immobilienkaufleute das Oberstufenzentrum Banken, Immobilien und Versicherungen (OSZ BIV) in Alt-Moabit, in der Regel an zwei Tagen pro Woche. Zuständige Kammer ist die IHK Berlin.
| Ausbildungsjahr | Schwerpunkte |
|---|---|
| 1. Jahr | Grundlagen der Immobilienwirtschaft, kaufmännische Grundlagen, Immobilienrecht |
| 2. Jahr | Immobilienbewertung, Immobilienfinanzierung, Immobilienmarketing |
| 3. Jahr | Immobilienverwaltung, Objektmanagement, Projektarbeit |
Ausbildungsbetriebe und Unternehmen in Berlin
Ausbildungsbetriebe sind vor allem Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Makler.
Immobilienunternehmen und Hausverwaltungen
Zu den großen Immobilienunternehmen in Berlin gehören degewo und Howoge, im Bereich Finanzierung die Berlin Hyp. Die Wohnungsunternehmen verwalten große Bestände an Wohn- und teils Gewerbeimmobilien.
In solchen Unternehmen lernen Auszubildende Verwaltung, Instandhaltung, Vermietung und Verkauf kennen.
Wohnungsbaugesellschaften und Makleragenturen
Zu den Wohnungsbaugesellschaften zählen etwa GESOBAU AG und STADT UND LAND. Dort geht es um die Betreuung von Mietern, die Instandhaltung von Wohnungen und die Planung von Bauprojekten.
Bei Makleragenturen wie ENGEL & VÖLKERS oder David Borck steht die Vermittlung im Vordergrund. Wer dort ausgebildet wird, sucht passende Objekte für Kunden, organisiert Besichtigungen und bereitet Kaufverträge vor.
| Unternehmen | Schwerpunkt | Standort |
|---|---|---|
| degewo | Wohn- und Gewerbeimmobilien | Berlin-Mitte |
| Howoge | Wohnimmobilien | Berlin-Lichtenberg |
| Berlin Hyp | Immobilienfinanzierung | Berlin-Mitte |
| GESOBAU AG | Wohnungsbau und -verwaltung | Berlin-Pankow |
| ENGEL & VÖLKERS Commercial GmbH | Immobilienmakler | Berlin-Charlottenburg |
Ob ein Unternehmen aktuell ausbildet, erfahren Sie auf dessen Karriereseite.
Karrieremöglichkeiten und Weiterbildungsoptionen nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung können sich Immobilienkaufleute spezialisieren, weiterbilden oder studieren.

Eine Option ist die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt. Sie vertieft Themen wie Immobilienrecht und Finanzierung und qualifiziert für anspruchsvollere Positionen.
Spezialisierungen im Immobilienbereich
Mögliche Bereiche, in denen sich Immobilienkaufleute spezialisieren können:
- Immobilienbewertung
- Property Management
- Facility Management
- Immobilienmarketing
Studium im Bereich Immobilienwirtschaft oder Betriebswirtschaft
Ein Studium der Immobilienwirtschaft oder Betriebswirtschaft öffnet den Weg zu höheren Positionen bis hin zur Führungslaufbahn.
Mehr zu Studienangeboten im Immobilienbereich finden Sie auf studieren-in-bb.de.
Verdienstmöglichkeiten und Gehälter für Immobilienkaufleute in Berlin
Einen belegbaren Anhaltspunkt bietet der bundesweit geltende Vergütungstarifvertrag für die Beschäftigten in der Deutschen Immobilienwirtschaft, der für tarifgebundene Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gilt.
Die folgende Tabelle zeigt die tariflichen Monatsgehälter ab 1. Januar 2026 bei 37 Wochenstunden (laut Tarifbroschüre Immobilienwirtschaft der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Stand Januar 2026). Nicht jeder Betrieb ist tarifgebunden, vor allem bei Maklern und kleineren Hausverwaltungen kann das Gehalt abweichen.
| Gehaltsgruppe (Tätigkeitsbeispiele) | Einstiegsstufe / höchste Stufe | Tarifgehalt (brutto/Monat) |
|---|---|---|
| Gruppe 3: abgeschlossene Berufsausbildung, z. B. Wohnungs- und Immobilienverwalter, Sachbearbeiter | 1. Berufsjahr / ab 9. Berufsjahr | 3.075 bis 3.890 Euro |
| Gruppe 4: zusätzlich Berufserfahrung oder Fortbildung, z. B. qualifizierte Immobilienverwalter | bis 5. Berufsjahr / ab 10. Berufsjahr | 3.925 bis 4.730 Euro |
| Gruppe 5: Hochschulabschluss oder zusätzliche qualifizierte Ausbildung, z. B. Sachgebiets- und Gruppenleiter | bis 7. Berufsjahr / ab 10. Berufsjahr | 4.560 bis 5.300 Euro |
| Gruppe 6: erhöhte Verantwortung, z. B. Abteilungsleiter | bis 7. Berufsjahr / ab 10. Berufsjahr | 5.125 bis 6.175 Euro |
Dazu kommt eine Jahressonderzahlung, die je nach Betriebszugehörigkeit zwischen 50 und 100 Prozent eines Monatsgehalts beträgt.
Besonderheiten des Berliner Immobilienmarktes
Berlin ist eine Mieterstadt: Die große Mehrheit der Haushalte wohnt zur Miete. Entsprechend viel Arbeit fällt in Vermietung und Mietverwaltung an. Ein großer Teil der Wohnungen gehört den sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM.
Für die Arbeit in Berlin ist das Mietrecht besonders wichtig: Die Mietpreisbremse gilt im gesamten Stadtgebiet. Wer Mietverträge vorbereitet, muss daher prüfen, welche Miete bei einer Neuvermietung zulässig ist, und den Berliner Mietspiegel kennen.
Fazit
Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau in Berlin dauert drei Jahre und verbindet kaufmännisches und rechtliches Wissen mit viel Kundenkontakt. Ausgebildet wird vor allem bei Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Maklern, die Berufsschule ist das OSZ Banken, Immobilien und Versicherungen.
Nach dem Abschluss führen die Fortbildung zum Immobilienfachwirt oder ein Studium der Immobilienwirtschaft zu verantwortungsvolleren Positionen.
