Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder in Kitas, Horten und anderen Einrichtungen und prägen damit die frühkindliche Bildung mit. Die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin in Berlin verbindet pädagogische Grundlagen mit viel Praxis.
Es gibt verschiedene Wege, Erzieher zu werden. Welche Voraussetzungen gelten und welche Ausbildungsformen es in Berlin gibt, lesen Sie hier.
Bedeutung und Verantwortung des Erzieherberufs
Erzieherinnen und Erzieher fördern die Bildung und Erziehung von Kindern. Als Bezugspersonen unterstützen sie deren Entwicklung.
Bildung und Erziehung der Kinder
In der Kita entdecken Kinder spielerisch ihre Umwelt. Erzieher schaffen ein Lernumfeld, das die Neugier weckt, und fördern mit gezielten Angeboten Bereiche wie Sprache, Mathematik und Kunst.
Begleitung individueller Lern- und Entwicklungsschritte
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Erzieher beobachten die Kinder und dokumentieren ihre Lernprozesse. Sie helfen ihnen, Fähigkeiten auszubauen und Schwierigkeiten zu bewältigen.
Gestaltung des Lernumfelds
Erzieher gestalten Räume, die zum Spielen, Forschen und Entdecken einladen. Sie achten auf Rückzugsmöglichkeiten, Bewegungsangebote und Bereiche für kreatives Gestalten. Auch der Außenbereich dient als Lernraum.
Erzieher sind außerdem Ansprechpartner für die Eltern. Im regelmäßigen Austausch beziehen sie die Eltern in die Bildungs- und Erziehungsprozesse ein.
Voraussetzungen für die Erzieherausbildung
Für die Ausbildung gelten schulische und persönliche Anforderungen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf Berlin, andere Bundesländer regeln die Zugänge teils anders.
Schulabschlüsse und berufliche Vorbildung
Mit der Fachhochschulreife im Sozialwesen ist keine weitere Vorbildung nötig. Mit Abitur oder einer anderen Fachhochschulreife braucht man zusätzlich mindestens acht Wochen förderliche Praxis. Mit einem Mittleren Schulabschluss ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufstätigkeit nötig.
Die Tabelle zeigt die Kombinationen im Überblick:
| Schulabschluss | Berufliche Vorbildung |
|---|---|
| Fachhochschulreife im Fachbereich Sozialwesen | Keine zusätzliche Vorbildung erforderlich |
| Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife | Förderliche Tätigkeit von mindestens 8 Wochen |
| Mittlerer Schulabschluss | Abschluss einer Berufsausbildung im sozialpädagogischen Bereich oder mindestens 3 Jahre Berufstätigkeit in diesem Bereich oder Abschluss einer Berufsausbildung in einem anderen Bereich (mindestens 3 Jahre) bzw. 4 Jahre Berufstätigkeit |
Persönliche Eigenschaften und Kompetenzen
Besonders wichtig ist Empathie: Erzieher müssen Gefühle und Bedürfnisse von Kindern erkennen. Außerdem gefragt sind:
- Geduld und Ausdauer
- Kreativität und Flexibilität
- Kommunikations- und Teamfähigkeit
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Belastbarkeit und Stressresistenz
Ausbildungsmöglichkeiten in Berlin
In Berlin gibt es zwei Wege: die Vollzeitausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik und die berufsbegleitende Teilzeitausbildung für Beschäftigte in sozialpädagogischen Einrichtungen.
Vollzeitausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik
Die Vollzeitausbildung dauert drei Jahre. An der Fachschule erwerben die Auszubildenden theoretisches Wissen, in integrierten Praktika wenden sie es an.

Berufsbegleitende Teilzeitausbildung
Die Teilzeitausbildung richtet sich an Beschäftigte in sozialpädagogischen Einrichtungen. Sie arbeiten mindestens halbtags und besuchen zweimal pro Woche die Fachschule. Was in der Schule behandelt wird, lässt sich so direkt im Beruf anwenden.
Inhalte und Schwerpunkte der Ausbildung
Ein Schwerpunkt der Ausbildung ist die sozialpädagogische Bildungsarbeit. Die Auszubildenden lernen, Kinder in Bereichen wie Sprache, Bewegung und Musik zu fördern und kreative Angebote zu gestalten.

Ein weiterer Teil ist der Aufbau von Erziehungspartnerschaften mit Eltern. Angehende Erzieher lernen, vertrauensvoll mit Familien zusammenzuarbeiten, Eltern in Erziehungsfragen zu unterstützen und Gespräche professionell zu führen.
Außerdem befassen sich die Studierenden, wie die Fachschülerinnen und Fachschüler heißen, mit Qualitätsentwicklung in pädagogischen Einrichtungen. Sie lernen Methoden der Evaluation kennen, mit denen sich die pädagogische Arbeit überprüfen und verbessern lässt.
In Wahlpflichtbereichen setzen die Studierenden eigene Schwerpunkte. Häufig gewählt werden:
- Ästhetische Bildung und Kreativität
- Naturwissenschaft und Technik
- Inklusive Pädagogik
- Sprachförderung und Mehrsprachigkeit
| Ausbildungsjahr | Schwerpunkte |
|---|---|
| 1. Jahr | Grundlagen der Pädagogik, Entwicklungspsychologie, Beobachtung und Dokumentation |
| 2. Jahr | Sozialpädagogische Bildungsarbeit, Erziehungspartnerschaften, Kommunikation |
| 3. Jahr | Qualitätsentwicklung, Wahlpflichtbereiche, Praxisprojekte |
Erzieher: Arbeitsfelder und Perspektiven
Neben Kindertagesstätten arbeiten Erzieher in vielen anderen sozialen und pädagogischen Bereichen.
Einsatzmöglichkeiten neben Kitas
In der Jugendsozialarbeit unterstützen Erzieher junge Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Weitere Arbeitsfelder sind Jugendfreizeitstätten und die Hilfen zur Erziehung, wo sie mit Familien zusammenarbeiten.
An Berliner Grundschulen arbeiten Erzieher in der ergänzenden Förderung und Betreuung, also im Ganztag und Hort.
Chancen und Perspektiven
Der staatlich anerkannte Abschluss ermöglicht Weiterbildungen und Spezialisierungen im pädagogischen Bereich. Erzieher können sich zum Fachwirt für Erziehungswesen oder zum Heilpädagogen weiterqualifizieren. Auch ein Studium der Sozialpädagogik oder der Erziehungswissenschaften ist möglich.
Finanzielle Unterstützung während der Ausbildung
Für die Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik kommen zwei staatliche Förderungen in Frage: Schüler-BAföG und Aufstiegs-BAföG.
BAföG-Förderung
BAföG für Schülerinnen und Schüler wird als Zuschuss gezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe hängt unter anderem vom Einkommen und Vermögen ab, in vielen Fällen auch von dem der Eltern.
Aufstiegs-BAföG und weitere Fördermöglichkeiten
Auch die Erzieherausbildung kann über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden, in Vollzeit wie in Teilzeit. Es besteht aus Zuschuss und zinsgünstigem Darlehen und ist unabhängig vom Einkommen der Eltern. Welche der beiden Förderungen im Einzelfall greift, hängt unter anderem von der Vorbildung ab; Auskunft gibt das zuständige BAföG-Amt. Daneben gibt es den Bildungskredit sowie Stipendien und Förderprogramme von Organisationen und Stiftungen.
An staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik zahlt man in Berlin kein Schulgeld. An Fachschulen in freier Trägerschaft übernimmt derzeit die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie das Schulgeld, wenn der Träger eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land hat; diesen Schulgeldersatz gibt es seit dem Schuljahr 2016/17. Ob darüber hinaus Kosten etwa für Lernmaterial oder eine Anmeldung anfallen, unterscheidet sich je nach Schule. Details klärt die jeweilige Fachschule.
| Fördermöglichkeit | Beschreibung |
|---|---|
| BAföG | Staatliche Ausbildungsförderung für Schülerinnen und Schüler, als Zuschuss |
| Aufstiegs-BAföG | Förderung beruflicher Fortbildungen, darunter die Erzieherausbildung; Zuschuss und zinsgünstiges Darlehen |
| Bildungskredit | Zusätzliche Finanzierungsquelle für Ausbildungskosten |
| Stipendien | Förderprogramme verschiedener Organisationen und Stiftungen |
Fazit
In Berlin gibt es die Erzieherausbildung in Vollzeit an Fachschulen und berufsbegleitend in Teilzeit, jeweils mit hohem Praxisanteil. Schulgeld fällt an staatlichen Schulen nicht an, an vielen freien Schulen übernimmt es das Land.
Der Beruf passt zu Menschen, die gern mit Kindern arbeiten, einfühlsam sind und sich für Bildung engagieren. Neben der Kita stehen Jugendarbeit, Hilfen zur Erziehung und Schulen offen, dazu Weiterbildungen und ein Studium.
