
Jede schriftliche Arbeit stützt sich auf Quellen. Schon einer kurzen Hausarbeit geht eine gründliche Recherche voraus, bei einer Bachelorarbeit muss die Suche noch gezielter sein. Manche Fakultäten schreiben eine Mindestzahl an Quellen vor.
Anleitungen zum Zitieren und zur Recherche helfen nicht erst in der Bachelorphase. Gerade Studienanfänger lernen damit das wissenschaftliche Arbeiten von Grund auf.
Wo sind geeignete Quellen zu finden?
Wissenschaftliche Quellen finden sich vor allem in Bibliotheken: zuerst in der Bibliothek der eigenen Hochschule, deren Katalog auch E-Books, Fachzeitschriften und Datenbanken erschließt. In Berlin stehen außerdem die Staatsbibliothek zu Berlin und die Zentral- und Landesbibliothek offen. Wer historische Dokumente braucht, wird eher in Archiven fündig, vergriffene Bücher gibt es oft antiquarisch.
Quellen aus dem Internet sind nicht grundsätzlich ungeeignet, es kommt aber auf die Auswahl an. Entscheidend ist, wer hinter einer Seite steht: Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Fachverlage sind in der Regel verlässlicher als Seiten, deren Herkunft unklar ist. Die Domainendung sagt dagegen wenig, denn Adressen wie „.org“ kann jeder registrieren. Wirkt ein Suchergebnis unseriös, ist Vorsicht geboten.
Fachdatenbanken und wissenschaftliche Suchmaschinen wie Google Scholar zeigen vor allem wissenschaftliche Treffer; ihre Filter grenzen etwa nach Erscheinungsjahr oder Publikationsart ein. Je nach Thema können auch Audiodateien oder Filmausschnitte ins Quellenverzeichnis gehören.
Wie werden Quellen richtig wiedergegeben?
Im Text werden Quellen anders angegeben als im Literaturverzeichnis.
Wiedergabe im Fließtext
Im Hauptteil der Bachelorarbeit wird direkt oder indirekt zitiert. Indirekte Zitate heißen Paraphrasen: Der Gedanke eines anderen wird mit eigenen Worten wiedergegeben.
1. Originalzitat: „In vielen Hochschulstädten übersteigt die Nachfrage nach Wohnheimplätzen das Angebot.“
2. Paraphrase: Die Autorin X stellt in ihrem Buch Y fest, dass es in zahlreichen Hochschulstädten mehr Interessenten für Wohnheimplätze gibt als freie Plätze (vgl. X in Y).
Auch bei eigener Wortwahl stehen Autor und Quelle am Satzende in Klammern. Einem direkten Zitat geht meist ein Doppelpunkt voraus, das Zitat selbst steht in Anführungszeichen.
1. Originalzitat: „In vielen Hochschulstädten übersteigt die Nachfrage nach Wohnheimplätzen das Angebot.“
2. Direktes Zitat: Die Autorin X schreibt in ihrem Buch Y: „In vielen Hochschulstädten übersteigt die Nachfrage nach Wohnheimplätzen das Angebot“ (X in Y).
Alternative Formulierung: Die Autorin X schreibt in ihrem Buch Y, dass „in vielen Hochschulstädten (…) die Nachfrage nach Wohnheimplätzen das Angebot“ übersteige (X in Y).
Die Klammer mit Auslassungspunkten markiert ausgelassene Textstellen. Fehler aus dem Original werden im Zitat nicht korrigiert. Hinter einen Schreibfehler setzt man [sic], so erkennt der Prüfer, dass der Fehler aus der Quelle stammt.
Die Beispiele skizzieren nur das Prinzip. Je nach Hochschule oder Fach kommen am Zitatende Jahreszahl und Seitenzahl hinzu. Quellenangaben können im Text oder in Fußnoten stehen. Welche Zitierweise gilt, steht meist im Leitfaden des Instituts.
Wiedergabe in der Bibliographie
1. Name des Autors oder der Autoren (in der Reihenfolge, in der sie im Werk genannt sind; das Verzeichnis selbst wird alphabetisch nach Nachnamen sortiert)
2. Titel kursiv (mit Untertitel, falls vorhanden)
3. Auflage
4. Erscheinungsort
5. Verlag oder Herausgeber
6. Erscheinungsjahr
7. Seitenzahlen bei Aufsätzen aus Zeitschriften und Sammelbänden
Bei Internetquellen werden die Adresse und das Datum des Abrufs ins Literaturverzeichnis übernommen.
Nützliche Hinweise
Bei der Recherche sammelt man oft mehr Quellen als nötig. Was in der Arbeit nicht verwendet wurde, gehört auch nicht ins Quellenverzeichnis.
Die meisten Universitätsbibliotheken haben Beratungsstellen und Schulungen zur Literatursuche. Hilfe beim Schreiben bieten die Schreibzentren vieler Hochschulen.
Schlusswort
Ohne Quellen keine Bachelorarbeit, denn die eigene Argumentation baut auf ihnen auf. Die Kernfragen bei jeder Quelle: Passt sie zum Thema, und genügt sie wissenschaftlichen Ansprüchen?
Fachbücher und Fachzeitschriften aus der Bibliothek sind eine verlässliche Grundlage. Bei Internetquellen zählt, dass Urheber und Herkunft klar erkennbar sind, etwa bei Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder Behörden.
